The Blasters, The Blasters Collection, 1991

Produzent/ Jeff Eyrich, The Blasters

Label/ Slash Records

Der grosse Vorteil der Amerikaner ist, dass sie einen riesigen Vorrat an traditionellen Musikformen haben, die aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte als „folkloristisch“ gelten können, die aber durchgängig Einfluss auf die Pop-Musik haben und sich daher auch nicht altertümlich anhören. Es gab und gibt in den USA eine Unmenge von Bands, die sich dieser Form bedienen; die sich auf ein einfaches Gerüst von Stimme, Gitarren und straffen Rhythmen verlassen, oft jahrzehntelang zusammen sind, auftreten und Alben aufnehmen – die auch von der Musik leben und trotzdem dem Grossteil des Pop-Publikums nie bekannt werden. Die Musiker sind möglicherweise schon über 50 und seit 30 Jahren im Geschäft, aber das spielt keine Rolle. Sie werden niemals Rockstars, aber es gibt Leute, die ihre Alben kaufen und ihre Konzerte besuchen.

Entscheidend ist die Frage: ob ihre Musik neben der soliden Grundlage der Professionalität jene Qualität aufweist, die man gemeinhin als „Swing“ bezeichnet. Im Falle der Blasters ist die Anwort: Ja. Dieses vier Herren sind zweifellos Berufsmusiker und wissen, wie man die Gefahren des Hauruck-Rock umgeht und diese traditionellen Formen frisch klingen lässt. Ein Vergleich zu den Los Lobos liegt nahe: die Blasters bedienen sich einer ähnlichen Spannbreite an Stilen – vom Rhythm’n‘ Blues über Country bis Gospel. Atmosphärisch gibt es jedoch klare Unterschiede: Wo Los Lobos das Bild des trinkfesten Mexikaners verkörpern, bedienen sich die Blasters bei dem neurotisch-normalen Kleinstadt-Amerikaner. Ein grosser Teil dieses Eindrucks kommt von der immer etwas belegt wirkenden Stimme des Sängers und Gitarristen Phil Alvin, der sicher den Stil von Elvis Presley genaustens studiert hat. Auf „The Blasters Collection“ gibt es ein paar echte Perlen und gelungene Songs, selbst wenn sich die Band manchmal in die Nähe des gängigen Rambazamba-Rocks begibt, ist es auch nach vielen Jahren ein Vergnügen diese Platte zu hören.

Edgar Winter, Brother Johnny, 2022

Produzent/ Ross Hogarth

Label/ Quarto Valley

Johnny Winter starb 2014 im Alter von 70 Jahren in einem Hotel am Zürcher Flughafen. Acht Jahre nach seinem Tod veröffentlicht Edgar Winter nun ein Album, auf dem er zusammen mit einer Starbesetzung dem legendären Bruder die Ehre erweist. Mit jeweils einem Song beteiligen sich u.a. Billy Gibbons von ZZ Top und Joe Walsh von den Eagles an „Brother Johnny“. Selbst Ringo Starr liess es sich nicht nehmen, auf einem Track als Schlagzeuger mitzumachen. Bei einem anderen Song ist der kürzlich verstorbene Taylor Hawkins von den Foo Fighters zu hören.

Johnny Winter hatte immmer eine Vorliebe für Klassiker aus Blues und Rock. Seine Bearbeitungen von „Jumpin’ Jack Flash“ von den Stones oder „Got My Mojo Working“ von Muddy Waters beweisen, dass er auch Material anderer Komponisten zu seiner Musik machen konnte. Zu seiner Erkennungsmelodie wurde jedoch Chuck Berrys „Johnny B. Goode“; da kocht es höllisch, wenn er seine Gitarre sprechen lässt, aber es verbrennt nichts zu Abfall, sondern die Musik wird dadurch nur noch besser.

Auf dem Tributalbum braucht es gleich zwei Gitarristen – Joe Walsh und David Grisham – um ein ähnliches musikalisches Feuer zu entfachen. Dann aber biegt das Stück unerwartet in Jump-Jive, in dem das Saxophon für acht Takte die Führung übernimmt und Edgar sich die Seele aus dem Leib bläst. Derart vom Schema abweichende Einfälle, zusammen mit grosser Spielfreude und virtuosem Können, machen das Album zu einem Meisterkurs in Sachen „Good Old Rock’n’Roll“.

Martha and the Muffins, Metro Music, 1980

Produzent/ Mike Howlett

Label/ Dindisc

„Metro Music“ kommt heute noch unverbraucht daher. Zehn Songs, von denen jeder einzelne zu beeindrucken weiss. Martha Johnson und ihre Muffins Mark Gane, Nick Kent und Jocelyne Lanois haben 1979 in Kanada mit Hilfe brillianter Gastmusiker (Ron Allen spielt ein entwaffnendes Sax!) ein Album aufgenommen, das ihnen wohl niemand zugetraut hätte. Tempogeladene Musik, voll ungezügelter Rhythmik, quängelnde melodische Keyboards, hetzende oder federnde Gitarrenparts, Bläsereinsätze, die überraschen, technische Spielereien und eine Stimme, die jedes Eis tauen lässt.

„Echo Beach“ ist der ideale Soundtrack, wenn du im Garten – noch ganz erschöpft von der Gartenarbeit – mit deiner grossen Liebe auf der Steinbank unter der grossen Weide sitzt und die Sonne kurz vor dem Untergehen zwischen den Bäumen spielt. Goldgelb und schwebend-verträumt. Dann gehst du ins Haus und entschliesst dich, ein kurze Besprechung über diese kleine Perle aus den frühen Achtziger zu schreiben. Sehr eigenständiger New-Wave-Sound ohne Mätzchen oder Glitter-Posen.

Randy Newman, Trouble In Paradise, 1983

Produzent/ Russ Titelman, Lenny Waronker

Label/ Warner Bros.

Die Welt ist mindestens so tragisch wie komisch. Zuverlässig real sind in Randy Newmans Songs nur die Sehnsucht und die Trostbedürftigkeit. Er mag ein trauriger Zyniker sein, aber er ist es als Humanist. Obwohl Newmans Musik und vor allem seine gallig-satirische Dichtungs- und Betrachtungsweise eher nach Europa passen, hat er sich seine innige Hassliebe zu den USA, zu ihren Obsessionen und Perversionen erhalten. Auch auf „Trouble in Paradise“ kultiviert er diese Hassliebe in altbewährter Manier als seinen Beitrag zum amerikanischen Paradoxon.

Auf dem Album gibt es drei „Städteporträits“ im typischen Newman-Stil: „Miami“ beschreibt die Stadt, die zu einem einzigen aber völlig realen Disneyland umfunktioniert wurde, ohne es zu merken. „Christmas In Capetown“ geht sehr hintergründig auf den Rassismus im Unterbewusstsein ein. Der Song schlägt damit eine Brücke zwischen Newmans geliebter sonniger Lebensweise und seiner Bösartigkeit gegenüber der dort verbreiteten Borniertheit zwischen dem völlig ehrlich gemeinten Song „I Love L.A.“ und dem alten „Rednecks“ ( „We don’t know our ass from a hole in the ground/ we are rednecks and we are keeping the niggers down“.)

Musikalisch hat sich wenig geändert bei Randy Newman. Mal arrangiert er mit der Fülle eines Philharmonikers, mal mit dem Feingefühl eines Neuro-Chirurgen. Für Perfektion sorgt die erste Riege der Studiomusiker. Einige Songs wirken extrem glatt, fast schon auf amerikanische Hitparaden-Stromlinienform getrimmt. Da muss man schon genau hinhören. Nicht nur, weil Randy gern nuschelt, sondern vor allem, weil er mit Worten spielt, überspitzt und voller Hohn und Sarkasmus Missstände kritisiert. Und das wurde nicht immer verstanden.

Bachman Turner Overdrive, Not Fragile, 1974

Produzent/ Randy Bachman

Label Mercury

„Not Fragile“ ist eine Platte von Bachmann Törner Overbäng. Und da sind neun Songs drauf. Die Musik von den Jungs ist gar nicht so schlecht. Nur halt ein bisschen simpel. Zum Schwofen aber ganz lustig. Wenn man sie laut spielt. Viel bleibt aber nicht hängen beim Hören. Nur „You Ain’t Seen Nothing Yet“ war der grosse Hit. Wie man so schön sagt. Und an „Givin’ It All Away“ erinnere ich mich auf Anhieb noch. Ich habe die Platte jetzt ein paar mal gehört in den letzten drei Tagen. Etwas Sanftes gibt es auf „Not Fragile“ nicht. Da ist überall der Dampfhammer drin. Das Album ist alt. Das ist mir wurscht. Nix gegen die Jungs. „Not Fragile“ ist halt Hard Rock. Wie gehabt. Zum Schwofen. Ganz simpel. Warum soll ich mir’s da schwer machen. Es isch alles ganz einfach…

Johnny Cash, The Essential Johnny Cash, 2002

Produzent/ Sam Phillips, Don Law, Bob Johnston u.a.

Label/ Columbia

Kein Mensch kann von mir erwarten, dass ich einem jungen Publikum erkläre, welch ein unschätzbarer Mensch und Musiker Johnny Cash war, sei es als Mitglied im Million Dollar Quartet oder im Duett mit Bob Dylan, als aufrechter Amerikaner der trotzdem „das Richtige empfindet“, was Vietnam angeht oder als aufrechter Amerikaner in der Hauptrolle des echt rührenden Analphabeten-Film „The Pride Of Jesse Hallam“. Über solche Leute sagen Amerikaner: he made a fortune in friends, und ich glaube, dass Johnny Cash viele Freunde hatte.

„The Essential Johnny Cash“ bietet ein halbwegs konkreter Überblick über das Sun-Records und Columbia-Schaffen von 1954 – 1993, manches an der Auswahl bleibt allerdings ein Kuriosität, so taucht sein Frau June Carter nur bei „Jackson“ und „Ring Of Fire“ auf – das Johnny Cash vortrefflich bringt, ohne sich in alles verzehrende Leidenschaft zu verstricken – stattdessen die nicht unbedingt zwingende Mitarbeit von Bono, dessen „The Wanderer“ das Schlusslicht bildet – immerhin ans Herz geht es doch. Aber wo ist der „Vietnam Talking Blues“? Na gut, dafür gibt es „Ghost Riders In The Sky“.

Aber egal, wer möchte nicht gerne den Knast-Blues live hören, das für jeden Heranwachsenden unverzichtbare „Boy Named Sue“, Johnny Cash entnervendes Coming Out, oder die Geschichte vom grossen General-Motors-Raub, aus deren Beständen Cash sein geniales Psychobilly-Cadillac-Modell „one piece at a time“ herausschmuggelte. Auf dem Album ist alles, was es braucht, um einen Mann kennenzulernen, der schweigt, denkt, mitleidet und der alten Obsession vom „Verantwortung tragen“ huldigt, ehe er eine seiner genialen Geschichte erzählt. „Man In Black“ ist drauf und was muss man mehr von Johnny Cash wissen.

Bette Midler, The Rose, 1979

Produzent/ Paul A. Rothschild

Label/ Atlantic

„The Rose“ ist wirklich kein guter Film, neben einigen starken Szenen gehören immerhin die Konzertmitschnitte zu den Höhepunkten. Gerade diese Passagen sollte man sich jedoch im Film ansehen, denn der Soundtrack verschafft zwar Musikgenuss, aber es fehlt hier einfach die Bühnenpräsenz von Bette Midler. Und die ist bei bei solchen Songs wie „Whose Side Are You On“, „When A Man Loves A Woman“ oder „Keep On Rocking“ so überzeugend, als ob sie ausschliesslich Rock’n’ Roll gesungen hätte.

Als Solisten in einer guten Band sind Norton Buffalo mit seinen swingenden Mundharmonikaeinwürfen und Steve Hunter erwähnenswert. Letzterer hatte vielleicht seinen stärksten Auftritt, indem er ein Instrumentalintro beisteuerte, welches sich ob seiner Eingängigkeit sofort in den Gehörwindungen festsetzt. Mit dem programmatischen „Sold My Soul To Rock’n’Roll“ liesse sich die Aussage des Soundtracks auf einen Nenner bringen, wenn da nicht der eigentliche Titelsong wäre. „The Rose“ ist ein Meisterstück der amerikanischen Klischeelieblingskunst, ein Werk, mit dem Frank Sinatra seine fünfte (oder wievielte) Karriere hätte beginnen können. Und das ist der Song, den ich zur Zeit immer wieder gerne auflege – wenns Frühling wird, sollte die Liebe eigentlich wieder blühen, auch wenns in der echten Welt draussen ganz anders aussieht.

Charley Patton, Complete Works, 2013

Produzent/ Gary Atkinson

Label/ Third Man Records

Sein Name war Charley Patton und er spielte schnell. Er spielte den One-Step, den Two-Step, spielte Charlston und Lindberg Hop und Shimmy-She-Wobble. Patton spielte seine Gitarre hinter dem Rücken, über dem Kopf, zwischen den Beinen, mit der Zunge. Seine Saiten waren etwas höher gestimmt als üblich, damit die Kiste laut war, knallte, schnalzte, twäng, twäng, twäng, denn wir schreiben das Jahr 1920 oder 1925 oder 1929, keine Verstärker, keine E-Gitarren, keine Rückkopplungen, nur der Mann, seine Stella-Gitarre, seine Stimme und sein rechter Fuss.

Charley Pattons rechter Fuss: in einem schweren Arbeitsschuh, der zusätzlich mit Eisen beschlagen war, nicht mit etwas Metall wie bei den Step-Tänzern, sondern mit Nägeln und einer Eisenplatte, denn hier ist das Mississippi Delta, hier ist die Rede von Holzfällern, Baumwollpflückern, Wanderarbeitern. Und Pattons Eisenfuss sauste auf die Dielen der Bühne nieder, stundenlang, prügelte den Rhythmus in den kleinen, verrauchten Raum mit 30, 50, höchstens hundert Tänzern, die redeten, rauchten, lachten, sangen und stritten. Barrelhouse, Juke Joint, House Frolic: billiger Fusel, Zahltaglaune, leichte Mädchen, schwere Zunge, grosse Klappe; oft genug musste Patton seine Gitarre nehmen und laufen, was der schwere Schuh hielt. Die Kehle haben sie ihm doch noch durchgeschnitten, danach war die Stimme nur noch schwach und unsicher, aber der Fuss: Ohrenzeugen, Augenzeugen erinnern sich an Wirte, die extra dicke Bretter unterlegen liessen, wenn Charlie Patton spielte, andere brachten Kissen, damit die Nachbarn nicht die Polizei holten, bumm, buuummm, bumm, bumm.

Die wenigen Stücke, die von Patton erhalten sind, dauern knapp drei Minuten, was halt technisch so auf eine Schellack passte. Aber in jenen heissen, schwülen, durchgedrehten Nächten zwischen 1915 und 1934, Pattons Todesjahr, dehnten sich die Songs, dauerten eine halbe Stunde und länger, manisch, hypnotisch, ekstatisch, flogen die Körper zum bummtwängtschakkatschakka durch den Raum, flogen die Anfeuerungsrufe, Schmähungen, Zoten, flogen Fäuste und Flaschen: flog die Musik. „Shake it and Break it“, „Banty Rooster Blues“, „Down the Dirt Road Blues“, „Pony Blues“, „High Water Everywhere“ dauerten die ganze Nacht, acht, zehn Stunden am Stück. Und je mehr Schnaps Patton getrunken hatte, desto ausufernder und clownesker dröhnten die Riffs und die anzüglichen Verse, bis der Entertainer vom Stuhl oder einer örtlichen Schönheit zum Opfer fiel.

Verschiedene, Jack Kerouac – 100 Years Of Beatitude, 2022

Produzent/ Marc Mittelacher

Label/ Bear Family Records

Am 12. März wäre Jack Kerouac 100-jährig geworden. Das würdigt Bear Family Records mit der Doppel-CD „Jack Kerouac – 100 Years of Beatitude“, einem musikalisch-literarischen Streifzug durch die Beat-Ära. Kerouac war Teil einer Literatur- und Künstlerszene gewesen, der Beat-Generation um Leute wie Allen Ginsberg, Lawrence Ferlinghetti und William S. Burroughs. Diese provozierten die 50er-Jahre künstlerisch, gesellschaftlich und politisch und legten damit das Fundament für die Gegenkultur der Sixties und darüber hinaus für die New Yorker Punk-Szene. Doch es ist hier nicht der Ort, Historie und Bedeutung der Beat-Generation aufzurollen, das macht der zwischen die beiden CDs geklemmte, reizvoll illustrierte Essay von Roland Heinrich Rumtreiber (sic!) bestens. Neben ein paar Ausschnitten aus Lesungen und Interviews von Kerouac und Ginsberg gibt es viel Musik. Zum einem die Songs von Jazzmusikern, die die Beats inspirierten – Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Chet Baker etwa, aber auch andere Stücke aus dem weiten Bereich von Be Bop, Swing bis Rock’n’Roll.

Letztlich unterstreicht die Doppel-CD, wie sehr der ursprünglich literarische Aufbruch der Beats schon früh die Sphäre der Kultur verliess, zur Lebenshaltung wurde und in der Mitte der Gesellschaft stattfand und deshalb eine grosse subversive Wirkung entfaltete. Kerouac und Ginsberg waren Popstars, Sprachrohre ihrer Generation, verehrt, bewundert, umstritten, gehasst und überwacht. Ginsberg ging in dieser Rolle auf; Kerouac zerbrach daran.

Laurie Anderson, O Superman, 1981

Text/ Musik/ Laurie Anderson

Produzent/ Laurie Anderson

Label/ Warner Bros.

Laurie Andersons Stücke haben oft etwas mit Kartographie, Geographie zu tun: Ihr Blick „From The Air“ erinnert an die Amerika-Beschreibung einer Getrude Stein. Sie betrachtet die Linien, Wege, Striche zwischen Städte, Menschen und Telegraphenmasten, zwischen Wörtern und Sätzen, Landkarten, Muster, Texturen, Texte, Grammatik. Ihr berühmter Satz aus „O Superman“ „Cause when the money is gone/ There’s always justice/ and when justice is gone/ there’s always force/ and when force is gone/ there’s always mom/ Hi Mom!“ ist nicht nur die Superauflösung gordisch-amerikanischer Psycho-Knoten, sondern auch das Superbeispiel für Laurie Andersons Gedankentechnik. Der Song war eine Antwort auf die Iran-Contra-Affäre und den politischen Einfluss der USA, nimmt aber textlich auch Bezug auf Kommunikation und Technologie, zum Beispiel in Form von Anrufbeantwortern, sowie mütterliche Liebe oder auch Nicht-Liebe. Stilistisch collagiert Laurie Anderson in dem Song Jules Massenets Arie „O Souverain, o juge, o père“ aus dem Jahr 1885 mit Saxophonklängen, Stimmloops und Vogelgezwitscher.

„O Superman“ dauert achteinhalb Minuten. Und man kann mir glauben, dass dies ein Pop-Song ist. Laurie Anderson hat nämlich ziemlich früh, vielleicht früher als Brian Eno oder die Talking Heads, erkannt, dass die Hitparade das beste Vehikel für einen neuen Blick auf die wimmelnde Welt ist.