Eric Burdon & The Animals, Good Times, 1967

Text/Musik/ Burdon, Briggs, Weider, Jenkins, McCulloch

Produzent/ Tom Wilson

Label/ MGM Records

„Wenn ich an gute Zeiten denke, dann kommt es mir vor, als hätte ich genau das Falsche getan und meine Zeit vergeudet. Habe getrunken, statt nachzudenken, mich beklagt, anstatt die Dinge zu ändern, oder ich habe einfach nur nutzloses Zeug geredet“. Der Beizenschluss liess sich damals nur irgendwie auflösen, indem man gemeinsam zu jemandem nach Hause ging und dann Platten hörte. Richtig gute Musik. Zum Beispiel „Winds Of Change“ aus dem Jahr 1967.  Das Album passte gut zum Geist der Sechziger, als man alles in Frage gestellt hat, Autoriäten zum Beispiel oder den Konsum und die Oberflächlichkeit. Damals waren viele Menschen politisch sehr aktiv und haben für mehr Gerechtigkeit gekämpft.

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Eric Burdon and the Animals, When I Was Young, 1967

Text/Musik/  Eric Burdon And The Animals

Produzent/ Tom Wilson

Label/ MGM

Der Song beginnt sehr harsch – mit sägenden Gitarren. Sie deuten eine Sirene oder ein Bombengeschwader an und erinnern damit an die Zeit, als Eric Burdon und seine Mitmusiker wirklich jung waren. Burdon, der 1941 im britischen Newcastle upon Tyne zur Welt kam, gehört zu einer Generation, die ihre Kriegserfahrungen kaum in Worte fassen kann. Eric Burdon thematisiert die dunkle Vergangenheit mit ebenso vagen wie klaren Bildern: „The rooms were so much colder then/ My father was a soldier then/ And times were very hard/ When I was young.“

Als das Lied 1967 erscheint, sind die äusseren Folgen des Krieges immer noch zu sehen: überall Bauschutt, überwuchertes Brachland und Ruinen. Neben den sichtbaren Zeugnissen der Zeit existieren aber auch die unsichtbaren Wunden, die vernarben, ohne zu heilen: „When I was young, it was more important/ Pain more painful, laughter much louder, yeah“, singt Eric Burdon mit zornig-verletzter Stimme. Er weiss, dass er mit vielen Dingen Schwierigkeiten hat, vor allem auch mit dem, was Mannsein bedeutet: „And for girls, I had a bad aim/ Oh, I meant so very much.“

Letzlich sind die Zeiten hart, der Junge im Lied wächst ziel- und zügellos in eine immer buntere Welt hinein, der er noch weniger gewachsen zu sein scheint. Burdons Fazit ist im Hinblick auf die Kinder- und Jugendjahre eindeutig: „My faith was so much stronger then/ I believed in my fellow men/ I was really so much older then/ When I was young.“