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Motörhead, Ace of Spades, 1980

Text/Musik Motörhead

Produzent/ Viv Maile

Label/Bronze

Machen wir uns nichts vor – Lemmy gönnte sich ab und zu einen Amphetaminrausch. Das akustische Gegenstück dazu teilte der Motörhead-Frontman mit uns auf „Ace of Spades“. Eine zeitlose Hymne und ein trotziges Lied über ein Leben in der Welt des Glücksspiels. Dabei waren Kartenspiele gar nicht so sehr Lemmys Domäne: „Ich eigentlich lieber Einarmige Banditen“, schrieb er in seiner Autobiografie.

Abgesehen von seiner rauhen Eingängigkeit überzeigt der Track durch Einfachheit. Aber Meilensteine, auch die ganz bedeutungsvollen, können zu Mühlsteinen werden. Viele lernten die Band erst durch diesen Song kennen, als er 1980 die britischen Charts erreichte. Doch für manche kam die Beziehung nie über dieses Stadium hinaus. Lemmy erklärte, er habe Konzerte mit diesem Lied begonnen „einfach nur, um es weg zu haben.“

Manchmal war er aber auch wohlwollender: „Ich ziehe gerne drei Wochen lang die selben Socken an, tret aufs Pedal, recke meine behinderte Visage gen Himmel und krächze zum x-ten Mal ‚Ace of Spades‘.“

Die Allgegenwart des Songs könnte seine Wirkung beeinträchtigt haben, vorallem nachdem mit ihm für Kartoffelchips oder schwedische Möbel geworben wurde. Aber „Ace of Spades“ war der Rammbock, der die Mauer zwischen Punk und Metal ein Stück mehr zum Einsturz brachte.