Motörhead, Overkill, 1979

Produzent/ Jimmy Miller

Label/ Bronze Records

Wenn ein Album unter die besten fünf von Motörhead gehört, dann ist es wohl ganz klar „Overkill“ aus dem Jahre 1979. Der Metal-Einschlag war damals noch gar nicht vorhanden und die Briten bedienten eindeutig für damalige Verhältnisse simplen und leicht rüpelhaften Rock. Mit Lemmys charismatischem Organ, das seinerzeit noch etwas frischer klang als später (wenn man das überhaupt jemals von Lemmys Stimme behaupten konnte), rundet sich der positive Eindruck ab. Hard Rock wie er im Buche steht. Die Gitarren rocken, der Bass rödelt und das Schlagzeug spielt dienliche, treibende Beats. Hinzu kommen Refrains, einige geile Soli und eine ehrliche Produktion. Egal ob nun das Titelstück „Overkill“, das schnittige „No Class“, „Stay Clean“ oder „Metropolis“, auf dem gesamten Album gibt es Rock ohne Schnörkel und unnötigen Klimbim.

Motörhead waren schon am Anfang ein Garant für harte Rock-Musik und bis zum Schluss bewahrte diese Band ihre Traditionen, auch wenn sie sich dem Fortschritt nicht ganz verwehren konnte. Letzteres ist im Falle von Motörhead meiner Meinung nach keineswegs verwerflich, denn Lemmy & Co. haben genug Alben herausgebracht und wenn man halt lieber die alten Perlen hört, legt man eben Scheiben wie „Ace Of Spades“ oder eben „Overkill“ auf und geniesst den Stoff so pur, wie er aufgenommen wurde. Let’s Rock!

Motörhead, Ace of Spades, 1980

Produzent/ Vic Maile

Label/ Bronze

Lemmy Kilmister, legendärer Gründer, Sänger und Bassist von Motörhead, hat am 24.12.1945 das Licht der Welt erblickt, um sich am 28.12.2015 wieder von diesem abzuwenden. In Andenken an jenes Ereignis legen wir heute „Ace Of Spades“ auf den Plattenteller.

Natürlich ist das kein Punk, aber es ist affengeil, Motörhead prügeln die abgedroschenen Bluesklischees aus dem Rock ’n’ Roll heraus; ihre Musik ist ungeheuer schnell, ungeheuerlich laut, dreckig und primitiv. Und dieser Bass! Und kaum Gitarrensoli! Und dieses als Gesang getarnte Röcheln! Hardrock mit der Energie und der Wut des Punks. Und: Motörhead waren pothässlich, unglamourös und hatten nichts am Hut mit der frisch geföhnten Gockelhaftigkeit der damaligen Hardrockmacker. Motörhead wurden zu einer Konsensband – sie waren lange die einzigen Schwermetaller, die sich auch in der Punk- und Indieszene grosser Beliebtheit erfreuten. Wer Rock ’n’ Roll mag, kann „Ace of Spades“ unmöglich nicht lieben!