
Nina Hagen Band, 1978
Text/Musik/ Nina Hagen, Nina Hagen Band
Produzenten/ Nina Hagen Band, Tom Müller, Ralf Nowy
Label/ CBS
Es war schon ein kolossaler Einbruch in die Weltparaden (und in die WGs) der Endsiebziger, dieses Debütalbum der Nina Hagen Band. Bemerkenswert auch deshalb, weil in Insiderkreisen kaum Aufsehen oder Häme entstand wegen der sonst ach so unpoppigen deutschen Sprache und ebensowenig wegen des etwas punkfernen Grundsounds der ehemaligen Lokomotive Kreuzberg. Letzlich war es allerdings eine von Tubes- oder Rundgren-Artistik geprägte, postfreie, aber kraftvolle Mixtur, die etwas Zeitloses, Stilübergreifendes ausstrahlte und daher auch bestens zum universellen Gesang der aus der DDR emigrierten Biermann-Stieftochter Nina passte.
Wobei „Gesang“ hier schon fast wieder eine Untertreibung ist. Da vereinte sich eine klassisch ausgebildete Stimme (doch noch) mit der Rotzigkeit des Punk und schuf so quasi ein neues Rockregister. Eines, das Grenzerfahrungen, Konsumkritik und Frauenpower zum Besten gab und so das Album auch zu einem Identitätsträger für die Bewegten jener Tage machte. Es ist jedenfalls das Beste, was Nina Hagen je musikalisch zustande brachte. Und es hat nebenbei auch noch einen schönen Slogan: „Ob blond, ob schwarz, ob braun/ Ich liebe alle Frau’n.“

