X, Los Angeles, 1980

Produzent/ Ray Manzarek

Label/ Slash

Dieses X hat wirklich Kultstatus. Chronologisch gesehen waren X eine der US Punkbands der ersten Stunde. Mit ihren hyperschnellen, fiesen Punkminiaturen aus Los Angeles, den Chuck-Berry-Coverversionen waren sie Blaupause für den späteren Hardcore. „Los Angeles“ war das Debüt von X, deren Sängerin Exene Cervenka wie eine mopsige Siouxie aus Transsylvanien aussah, die drei Buben dagegen in ihren karierten Holzfällerhemden proklamierten eine sachliche und ruhige Alternative zum Sicherheitsnadelgetue der englischen Punks.

Die Musik von X war eigentlich nur aufgebohrter Rock’n’Roll, aber darüber sangen und klagten in gedehntem, gequältem Unisono John Doe und Exene Cervenka von den Freuden und Leiden einer subkulturellen Stadtguerilla, während auf dem Cover ein X abgefackelt wurde wie ein Kreuz bei einem Ritus des KuKluxKlans. Gleichzeitig blinkte im Hintergrund immer schon das Signal „Mainstream“, war der Einfluss des Doors-Keyboarders Ray Manzarek zu hören. So ist es dann auch gekommen: X gaben den Bedürnissen des Mainstream- Rocks immer mehr nach, ohne sich je ganz durchsetzen zu können. Aber „Los Angeles“ ist noch das grosse Versprechen, die erste Liebe, Punk in seiner ganzen seltsamen Schönheit.