
The Beatles, Tomorrow Never Knows, 1966
Text/Musik/ Lennon/ McCartney
Produzent/ George Martin
Label/ Parlophone
Auf Besen reitende Hexen, die durch das sternenverpixelte Weltall rasen: Solch ein Bild suggerierten die Geräusche, die den Beatles-Song „Tomorrow Never Knows“ begleiteten, eine mantraartige Litanei in ostinatem C-Dur, von John Lennon mit verstellter Stimme gesungen und getragen vom ruckelnden Schlagzeug. Die Effekte hatten die Band und ihr Produzent George Martin mithilfe rückwärts gespielter oder beschleunigter Endlosbandschlaufen kreiert.
Das bahnbrechende Stück erschien im Sommer 1966 am Schluss des Albums „Revolver“ – und läutete ein Psychedelikfieber in der Popmusik ein, das seinen Höhepunkt 1967 erlebte. Wer Rang und Namen hatte in der Szene – und erst recht, wer es nicht hatte – begann nun, Klänge zu verfremden, Songs zu zersetzen, Engelschöre anzustimmen, barock zu trompeten und zu behaupten, man höre das Gras wachsen.
