Status Quo, Piledriver, 1972

Produzent/ Status Quo

Label/ Vertigo

Haare runter, die Mähne geschüttelt und in die Saiten gedroschen. Wer auf hart rockenden Gitarren-Boogie-Rock steht, kann mit Status Quo eigentlich nichts falsch machen. Schon gar nicht mit den Alben, die die Band zwischen 1972 und 1981 veröffentlicht hat. Auch wenn angeblich jedes Lied gleich klingt und Status Quo lediglich drei Akkorde kennen, hat doch jedes Album seinen eigenen Charakter.

Das 1972 erschienene „Piledriver“ ist das erste von etlichen Hammer-Alben, die Status Quo herausgebracht haben. Schon der erste Ton zeigt wo es langgeht. Hier werden keine Kompromisse gemacht. Statt dessen wird gerockt, was das Zeug hält. „Don’t Waste My Time“ ist ein schnörkelloser Boogie mit wenig Text, aber langen Gitarrensoli. „Oh Baby“ basiert auf dem gleichen Boogie-Rhythmus, allerdings kommt der Song etwas melancholischer daher. So gesehen ist der Song zumindest von der Melodie alles andere als typisch für Status Quo. Leiser und langsamer geht es dann mit „Unspoken Words“, einem lässigen Blues und der Ballade „A Year“ weiter.

Die A-Seite der LP ist damit beendet. Die B-Seite wird mit dem harten Rocker „Big Fat Mama“ eröffnet. Dann folgt „Paper Plane“, ein nicht mal dreiminütiger Power-Rock. Die Gitarren klingen hier speziell, Francis Rossi singt genial. Und am Titel kann man wieder mal erkennen, wie sehr der Band der Inhalt der Texte egal war. Mit „All The Reasons“ kommt der zweite sanfte Song, ehe das Doors-Cover „Roadhouse Blues“ das Album auf grandiose Weise abschliesst. „Piledriver“ ist ein Hammer-Album voller Klassiker und abwechslungsreich wie vielleicht kein anderes Status Quo Album.

Neko Case, Blacklisted, 2002

Produzent/ Neko Case, Darryl Neudorf, Craig Schumacher

Label/ Anti-Records

Die Assoziationen stellen sich schnell ein: Flirrende, geisterhaft leere Highways. Ein Truckstop am Rande von Nirgendwo. Ein einäugiger Hund. Die Zukunftsaussichten so düster verhangen wie der Himmel. „The hammer clicks in place – The world is gonna pay“ heisst es im Opener „Things That Scare Me“, dazu klappert unheilvoll das Banjo.

Die stimmgewaltige Neko Case schwelgt mit „Blacklisted“ zutiefst in dunklen Klängen und Atmosphären. Mit tatkräftiger Unterstützung so ausgewiesener Könner wie Joey Burns & John Convertino (Calexico), Howie Gelb oder Mary Margret O’Hara, entstanden schimmernde Country-Noir-Soundscapes, die auch in den Albtraumwelten eines David Lynch ihren Platz hätten. Düster, spröde und mysteriös kommen die Songs daher. In deren Adern zudem das Vermächtnis alter Klassiker pulsiert. Selten lagen Schönheit und Unbehagen so nah beieinander.

„Deep Red Bells“ ist mit knapp vier Minuten schon der längste Song des Albums. Was dieser Aufnahme seine Magie verleiht, ist aber weniger undurchsichtige Exzentrik, sondern eine glasklare Stimme, wie sie das 21. Jahrhundert bis dato nicht kannte – mit seiner songdienlichen, musikalischen Untermalung jedenfalls das Highlight des Albums für mich.

Taj Mahal, 1968

Produzent/ Bob Irwin, David Rubinson

Label/ Columbia

Was der junge Taj Mahal auf seinem Debütalbum zusammen mit Ry Cooder und einer vielversprechende Band namens The Rising Sons vergeigt hat, das kann gern als authentischer Blues durchgehen: „Statesboro Blues“, „Dust My Broom“, „Everybody’s Got To Change Sometime“ zeigen einen zeitgemässen Umgang mit Original-Material; vielfach dominiert die Mundharmonika von Mahal, manchmal klingt das Ganze auch ein wenig nach John Mayall. Aber bei den Eigenkompositionen, besonders bei „E.Z. Rider“, kommt die Intensität, mit der Taj Mahal gesanglich die Songs vorträgt, deutlich zutage. Ruhige, teilweise, fast monotone Bass-Läufe und unspektakuläre Drum-Arbeit sorgen für ein solides Rückgrat.

Apropos „E.Z.Rider“: Wer glaubt, dass die Verkürzung der Sprache durch Verwendung lautmalerisch treffender Buchstaben und Zahlen (z.B. ‚4 U‘ für ‚for you‘) erst im Zeitalter von Internet und SMS entstanden ist, wird hier eines Besseren belehrt. „E.Z.“ sind nicht die Initialen eines „Mr. Rider“; vielmehr besingt Taj Mahal den „Easy Rider“, einen im Südstaaten-Slang im doppelten Sinne unmoralischen Mann. Herausragend ist der Schlusssong „The Celebrated Walkin‘ Blues“, eine auf einem Traditional basierende Komposition Taj Mahals. Mit einer Spielzeit von knapp neun Minuten deckt das Stück fast ein Viertel der gesamten Spielzeit der Scheibe ab. Ein wunderschöner langsamer Blues! Taj Mahal’s Album ist etwa so echt wie eine bauchige Rotweinflasche beim Italiener um die Ecke.

Bob Dylan, Love And Theft, 2001

Produzent/ Bob Dylan (unter dem Pseudonym Jack Frost)

Label/ Columbia

Als am 11. September 2001 morgens die Plattenläden in New York aufmachten und darin Dylans neues Album zum Kauf parat lag, war es im Süden Manhattans bereits passiert: Zwei amerikanische Passagiermaschinen hatten die Twin Towers durchbohrt. In den Wochen darauf erklomm „Love And Theft“, Bob Dylans 31. Album und sein letztes Meisterwerk, die Billboard Top 5.

Man kann das so lesen, dass die Amerikaner sich nach einem solchen Angriff ihrer eigenen Tradition versichern wollten. Das tun Dylan und seine agilen Begleiter auf „Love And Theft“ dermassen gründlich, dass das Album sich als einzige Abfolge von Zitaten, Verweisen, Anspielungen und Montagen erweist. Worauf Dylan, der Dieb der Traditionen, ja selber im Plattentitel verweist. Und wie so oft in seiner Karriere hat der Rückgriff auf die alten musikalischen Stile Amerikas zu einer Musik inspiriert, darunter Blues, Rockabilly, Country, Swing und Balladen nach der Manier von Tin Pan Alley. Diese Musik bleibt alterslos, weil sie nie jung war.

Los Lobos And Various Artists, La Bamba Soundtrack Album, 1987

Produzent/ Joe Sill, Taylor Hackford

Label/ Warner Bros. Records

An jenem Nachmittag in August 1958 hing die Luft zentnerschwer über L. A. In der kleinen, stickigen Bar vermischte sich der Geruch von abgestandenem Rauch mit dem von Schweiss und Bier. Maria schob flink den Schrubber über den schmutzigen Holzboden. Ihr Neffe David guckte ihr bei der Arbeit zu. Er war eben vier Jahre alt geworden. Maria summte ein Lied, ihr Parfüm duftete schwer und süss. Vielleicht wurde Maria von dem Jungen abgelenkt; mit dem Bestenstiel stiess sie das gerahmte Foto von der Wand. Das Glas zersprang. „Ay, que susto!“, welch ein Schrecken! David griff nach dem Glas. Blut tropfte von seinen kleinen Fingern auf das Porträt des jungen Ritchie Valens, der als Richard Steven Valenzuela im mexikanischen Stadtteil von Los Angeles aufgewachsen war.

Das kleine Missgeschick in der mexikanischen Bar war die erste Begegnung des späteren Los-Lobos-Sängers David Hidalgo mit dem Teenager-Idol Ritchie Valens. Valens starb 1959 bei einem Flugzeugunglück zusammen mit Buddy Holly. Er hinterliess unter anderem eine meisterhafte Version von „La Bamba“, einem traditionellen mexikanischen Lied.

Die Jahre vergingen. David Hidalgo gründete mit Schulfreunden Los Lobos. Sie trugen schwarze Anzüge und dunkle Sonnenbrillen und entwickelten ihren eigenen Stil: ein schweisstreibende Mischung aus mexikanischem Folk und Rock. Verkannt von den grossen Massen, wurden Los Lobos zu den Vorbereitern von Musikern wie Ricky Martin und Jennifer Lopez, die später mit den hispanischen Wurzeln das grosse Geschäft machten. Latino wurde chic und beinahe allgegenwärtig, von den Pop-Greisen Buena Vista Social Club bis zu Aventura, der Boyband mit den lateinischen Wurzeln, die es vielleicht nie gegeben hätte, wäre es nicht damals, an jenem heissen Augusttag, zur schicksalhaften Begegnung in der kleinen mexikanischen Bar gekommen. Denn Los Lobos gelang nur einmal ein wirklicher Hit „La Bamba“. Im gleichnamigen Film wurde David Hidalgo 1987 zur Stimme von Ritchie Valens.

The Doors, Morrison Hotel, 1970

Produzent/ Paul A. Rothchild

Label/ Elektra Records

Zuviel ist schon über Jim Morrison geschrieben worden. Nicht so sehr, weil Morrison die Mythen des Rock verkörperte wie kaum ein anderer Sänger seiner Generation. Sondern weil er sie inszenierte bis zu jenem Punkt, in dem er die Kontrolle über die Inszenierung verlor. Und dann an der Rolle und seiner Selbstkarikatur zugrunde ging. Jim Morrison verkörperte die Sehnsucht des Intellektuellen nach Sinnlichkeit und die Sehnsucht des Narzissten nach intellektueller Anerkennung. Er war als intellektueller Bluessänger grossartig und als bluessingender Intellektueller nicht auszuhalten.

Für mich ist das fünfte Doors-Album „Morrison Hotel“ ohne Zweifel ihr bestes und stärkstes. Morrisons Stimme klingt hier reifer, ruhiger und überzeugender als auf den früheren Platten. Die Mätzchen des „erotischen Politikers“ und „Königs der Eidechsen“ sind endgültig passé. Die Platte ist in zwei Seiten aufgeteilt, die sogenannte Bluesseite „Morrison Hotel“ und die Rockseite „Hard Rock Cafe“. Für „Roundhouse Blues“ und „Maggie M’Gill“ engagierte man den Gitarristen Lonnie Mack als Bassisten. Um Morrison davon abzuhalten, Mundharmonika zu spielen, was er nur schauerlich konnte, hatte Paul Rothchild, der Produzent, John Sebastian von der damals populären Folk-Rock-Band Lovin’ Spoonful verpflichtet. Alle Songtexte stammen von Jim Morrison, der sich erstaunlich nachdenklich und gefühlvoll zeigt und über Liebe, Schmerz und Verletzlichkeit singt. Das Spektrum der Songs in „Morrison Hotel“ reicht vom aggressiven „Roadhouse Blues“ bis zu „Indian Summer“, dem verhaltenen, fast minimalistischen Liebeslied aus Hippie-Zeiten. Technisch gesehen war Morrisons Bariton schon limitiert, noch bevor die Drogen seine Stimme durchschossen. Aber er war ein stimmungsvoller Bluessänger und Balladeur, der mit wenig Aufwand Atmosphäre schaffte. Er wusste zu phrasieren, er hatte eine hypnotische Sprechstimme, und was er nicht singen konnte, deutete er an, machte es zum Ausdruck des Nicht-mehr-Sagbaren.

Ray Wylie Hubbard, Co-Starring, 2020

Produzent/ Joe Nino-Hernes

Label/ Big Machine Records

Sähe er nicht aus wie der intellektuelle Bruder des Yeti, hätte er in den Siebzigern glatt als Reaktionär durchgehen können. Der Song Up Against The Wall, Redneck Mother“ machte den Okie Ray Wylie Hubbard quasi über Nacht berühmt. Die Mutter, die ihren Sohn dazu erzieht, in den Honky-Tonks Hippies zu verprügeln, das schrammte knapp an Merle Haggards „Okie From Muskogee“ vorbei. Doch der Text steckt voller Ironie – wie natürlich auch der von Haggard. Danach war lange nicht mehr viel los bei Ray Wylie Hubbard ausser Alkohol und Drogen. Irgendwann schaffte es Hubbard von den Anonymen Alkoholiker, wo er seine künftige Frau kennenlernte, zu den bekanntesten Wahl-Texanern.

2020 erschien sein 17. Album „Co-Starring“; ein teilweise ordentlich brodelndes Elixier aus rauem, dreckigem Rootsrock, Americana, Outlaw Countryrock und swampigem Southern-Blues. Und – der Name sagt es schon – Ray Wylie Hubbard wartet hier mit einer illustren Gästeschar auf: Ringo Starr, Don Was, Joe Walsh, die wunderbaren Larkin Poe, Peter Rowan, die Cadillac Three und viele mehr. Die zehn Songs stammen alle von Hubbard. Seine Verneigung vor Mississippi John Hurt in dem nach dem Blues Musiker betitelten Song gehört für mich zu den herausragenden Stücken der Platte. „Mississippi John Hurt heals me when he sings“, singt Hubbard im Duett mit Pam Tillis. Die Schwestern Rebecca und Megan Lovell, die sich Larkin Poe nennen, unterstützen Hubbard bei „Rattlesnake Shakin‘ Woman“. Rebecca glänzt an der Lap Steel und Megan singt sehr schön mit Hubbard. Zum Auftakt der Scheibe rocken Ringo Starr, Don Was, Joe Walsh und Chris Robinson in „Bad Trick“ mit Hubbard.

Steve Earle, I’ll Never Get Out Of This World Alive, 2011

Produzent/ T-Bone Burnett

Label/ New West

Steve Earle hat sein 14. Studioalbum nach dem letzten Song von Hank Williams benannt. „I’ ll Never Get Out of this World Alive“ klingt eher melancholisch als verzweifelt: ein schönes, erstaunlich ruhiges Album für einen Sänger, der so wütend werden kann. Auf vielen Stücken setzt Steve Earle auf Instrumente, die auch Hank Williams gefallen hätten – etwa Fiedel und Steelgitarre. Dabei geholfen hat ihm T-Bone Burnett – als Produzent sehr gefragt, wenn es darum geht, neue Songs wie ganz alte klingen zu lassen, aber ohne Kitsch und Nostalgie.

Das Album immer klar konturiert und in warmen, natürlichen Klängen gehalten, hat Nashville, Tennessee, ebenso viel zu verdanken wie New Orleans, Louisiana, oder Clarksdale, Mississippi. Es kombiniert die Sehnsucht der Country-Musik mit der Trauer des Blues und verbindet beide immer wieder mit New Orleans. Gleich drei der elf Songs beziehen sich auf die Stadt, darunter das bewegende „The City“, in dem Earle singend verspricht, dass „diese Stadt nicht weggespült werden wird“. In einfachen, starken Bildern evoziert er die Musik von New Orleans, das Wasser, die Marmorgräber, die Quartiere, die Menschen. Das Schlimmste sei nicht, was New Orleans passiert sei, sagt er in Anspielung auf den Hurrikan „Katrina“ 2005 und der Ölpest von 2010: „Das Schlimmste ist, wie Amerika darauf reagiert hat“: Es habe die Stadt vergessen, der es so viel verdanke.

Amy Winehouse, Lioness: Hidden Treasures, 2011

Produzent/ Mark Ronson, Salaam Remi

Label/ Island Records

Mit jeder Flasche, jeder Pille, jeder Spritze, mit jedem torkelnden Verlassen eines Nachtclubs im Blitzlicht der Fotografen, mit jedem Einrücken in die Entzugsklinik, mit jedem Ausbrechen aus derselben entglitt ihr die Kontrolle mehr. Am Samstagnachmittag, dem 23. Juli 2011 wurde die Londoner Ambulanz in das Stadtviertel Camden gerufen; man fand die 27-jährige Soul-Sängerin Amy Winehouse tot in ihrer Wohnung. Als Ursache wurde eine Kombination von Alkohol und Drogen festgestellt. Verschiedentlich war zu lesen, Winehouse habe sich am Vortag mit diversen Substanzen eingedeckt. Die Umstände sprechen aber eher für einen Unfalltod als für Selbstmord.

Als Musikerin muss man Amy Winehouse als begabte Epigonin bezeichnen. Sie war als Sängerin auch deshalb so gut, weil sie das selber wusste, weil sie ihre Vorbilder nie geleugnet hat. Zu einem elegant britischen, von Mark Ronson brillant produzierten Mix aus Rhythm’n’Blues, Soul und Swing personalisierte sie den Gesang von Vorbildern wie Aretha Franklin, Sarah Vaughan, Dinah Washington oder Billie Holiday. Der Gesang von Amy Winehouses war in der Phrasierung unverkennbar und in eine perfekte Tanzmusik eingebettet. „Du gehst zurück zu ihr“ sang sie in „Back To Black“, dem Titelsong ihres zweiten, mit fünf Grammys und 10 Millionen verkauften Albums, „und ich versinke in Dunkelheit.

Mit ihrem Tod ist Amy Winehouse nicht allein, sondern Mitglied des Club 27. Eine makabre Vereinigung all jener Musikerinnen und Musiker, die in diesem Alter gestorben sind: Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain. Jeder von ihnen, mit Ausnahme von Hendrix, hatte schon früh mit dem Aufhören angefangen, und der Abgang war nur noch eine Frage der Zeit. Ihnen hatte sich am 23. Juli 2011 eine Künstlerin angeschlossen, die für ihr Sterben viel bekannter war als für ihre Musik.

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Talking Heads, Fear Of Music, 1979

Produzent/ Brian Eno

Label/ Sire Records

Was der Rolling Stone in seiner Rezension der zweiten Talking-Heads-Platte formulierte, könnte eine Definition ihrer dritten sein: „Although Rock’n’Roll usually celebrates release, the Talking Heads dramatize repression“. Die neurotische Bipolarität von „Fear Of Music“ findet im Sound der Platte ihren Ausdruck. Der Sound klingt abgehackt, die Musik hart, atemlos eingepresst in die afrikanisierten Rhythmen, mit denen Byrne und Brian Eno zu arbeiten begonnen haben. Die Texte haben einen paranoischen Unterton. Ein „Life During Wartime“ wird beschrieben, ein Leben im Untergrund und der Erzähler auf der Flucht.

Selbst Drogen helfen nicht weiter, wobei das Stück „Drugs“ nicht von Psychedelika handelt, diese Träume sind längst verdampft. Die Drogen der Achtziger sind Kokain und Amphetaminderivate, Aufputscher – Leistungskatalysatoren. Bei den Aufnahmen zu „Drugs“ läuft Byrne im Studio zwischen zwei Mikrophonen hin und her, um den Eindruck von Atemlosigkeit zu erzeugen. Im Begleitheft der Talking-Heads-Kompilation „Sand In The Vaseline“ (1992) gesteht Byrne: „I couldn’t handle marijuana. It made me paranoid“. Und über Kokain schreibt er: „A problem waiting to happen. Too many late nights (it was usually accompanied by drinking) and spaced out days and soon I decided to stop.“