Copperhead, 1973

Produzent/ David Brown

Label/ Columbia

Es gibt vergessene Meisterwerke der Rockmusik. Copperhead gehört mit Sicherheit zu ihnen. Copperhead war das erste Projekt, das Spitzengitarrist John Cipollina nach Auflösung von Qucksilver Messenger Service anging. Der am 24. August in Berkley, Kalifornien geborene und am 29. Mai 1989 in San Francisco gestorbene Cipollina war einer der profiliertesten Westcoast Gitarristen und galt bei vielen schon Anfang der 70er Jahre als „der letzte Hippie“.

Als Gitarrist war Cipollina eine Kultfigur, die von ihren Anhängern endloser Solo-Improvisationen wegen bedingungslos verehrt wurde. Die 1973 veröffentlichte erste LP von Copperhead zeigte aber bereits, dass Cipollina diszipliniert genug war, sich der Form des Rocksongs anzupassen. Das macht einen wesentlichen Teil der Qualität dieser Platte aus. Denn die Songs waren interessant und in sich stimmig. Jeder für sich ein kleines Juwel. Und schliesslich war da auch der Hauch von West Coast, zunächst nicht vordergründig, aber er war da. Unwillkürlich erinnert man sich an Bands wie Love oder Sons of Champlin.

Die Original-LP wurde unter dem Label „Underground“ vermarktet und verkaufte sich schlecht. Und bei der CD von 1993 war es genauso, sie war kurz nach Veröffentlichung wieder in den Wühlkästen gelandet. Viel Spass also beim Hören von dieser wunderschönen Platte von Copperhead und bitte nicht mit den gleichnamigen Southern-Rocker verwechseln.