Stevie Ray Vaughan, Texas Flood, 1983

Produzent/ Stevie Ray Vaughan and Double Trouble, John Hammond

Label/ Epic

Texas verfügt anscheinend über ein unerschöpfliches Reservoir an musikalischen Einflüssen, die auch von solch traditionsreichen Musikern wie Doug Sham, Johnny Winter, ZZ Top, etc. – aufgenommen und verarbeitet wurden.

Der im August 1990 bei einem Hubschrauberabsturz tödlich verunglückte Stevie Ray Vaughan und seine Band Double Trouble spielen auf ihrem Debüt-Album so ziemlich den aufregendsten Blues den ich seit Johnny Winter’s klassischem „Nothing But The Blues“ gehört habe. Der jüngere Bruder von Jimmy Vaughan (Fabulous Thunderbirds) hatte bereits der Bowie-LP „Let’s Dance“ mit seinen fliessenden, an B.B. King orientierten Soli ein starkes Rhythm & Blues-Feeling verliehen. Doch was wirklich in diesem herausragenden jungen Gitarristen steckte, wenn er seine Fähigkeiten voll ausspielen konnte, demonstriert diese Platte eindrücklich.

Vaughan’s beseeltes Spiel liegt irgendwo zwischen Chicago-Blues, Johnny Winter und Hendrix, der im Instrumental „Testify“ verblüffend zitiert wird. Die sparsame Instrumentierung (Triobesetzung) und Stevie Ray Vaughan’s rauchiger Gesang verleihen der Musik starke Authentizität. Als “executive Producer“ amtete übrigens kein Geringer als John Hammond (Entdecker von Billie Holiday, Aretha Franklin und Dylan). Ohne Abstriche eine grossartige, abwechslungsreiche LP!