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Them, The Angry Young Them, 1965

Produzent/ Bert Berns, Dick Rowe

Label/ Decca

Heutzutags verbindet man mit Garage Rock alles was mit verzerrten Gitarren und fast unverständlichem Gesang daherkommt. Die Wurzeln vom Garage Rock siedeln sich jedoch im Rock’n’Roll an und tönen tun’ die noch anders als der heutige „Garage Rock”.

Eine wichtige Band für dieses Genre waren Them, ein Quintett aus Nordirland. Ihr Debut “The Angry Young Them” ist im Jahr 1965 erschienen. Der erfolgreiche Van Morrison war, bevor er mit seiner Solokarriere durchstartete, damals Sänger bei Them. Der grosse Durchbruch gelang der Band Them jedoch nie. Darum bleiben viele ihrer Songs vergessene Klassiker.

Die Platte „The Angry Young Them“ beherbergt neben einzelnen Covers ganze sechs vom Morrison geschriebene Songs. Der eigentliche Hit des Albums ist „Gloria“. Es gibt wohl wenige Titel, die öfter gecovert wurden, egal ob von Grössen wie Patti Smith, The Doors, Jimi Hendrix, Bruce Springsteen, Iggy Pop oder von zahllosen Schüler- und Hobbybands. Der Song war auch die erste Singleveröffentlichung von Them in den USA, wo die Band als Teil der „British Invasion“ vermarktet wurde. Im Rahmen ihrer US-Tour traten Them zwei Wochen – mit den Doors im Vorprogramm – in L.A. im legendären Rockclub „Whisky a Go Go“ auf, wo Jim Morrison und Van Morrison gemeinsam „Gloria“ im Duett sangen.

28 Gedanken zu “

  1. Mir haben Them immer besser gefallen als die frühen Rolling Stones. Das ging los mit dem Film „Rockers” von Klaus Lemke und dem Them-Titel „It’s all over now, Baby Blue” (ein Dylan-Cover). Weil Van Morrison wie Mick Jagger klingt, habe ich das Stück zunächst den Stones zugeordnet, bis ich eine besseren belehrt wurde. Seither lässt mich Van Morrison nicht mehr los, der heute mit seinem etwa 75 Jahren eine neue CD nach der anderen veröffentlicht, und das in verlässlicher Qualität.

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    1. Van Morrison war schon immer zu Höherem berufen, als bloss Sänger in einer Beat-Band zu sein. Bereits auf dem Debütalbum sind sechs Songs von ihm, darunter auch „Gloria“, das erstaunlicherweise zuerst als Single-B-Seite von „Baby Please Don’t Go“ veröffentlicht wurde. Was bei Them eine kontinuerliche Entwicklung unmöglich machte, war der dauernde Personalwechsel. Als „The Angry Young Them“ 1965 erschien, war dies auch bereits die vierte oder fünfte Bandbesetzung. Dank Dir auch für den Hinweis auf den Film. Ich habe „Rocker“ in den späten 70er Jahren gesehen – eine gelungene Milieustudie, die ich mir bei Gelegenheit auch wieder einmal ansehen könnte.

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      1. „Baby Please Don’t Go“ war das geringere Risiko für die Plattenfirma. Das hatte damals fast jede rockigere Band im Programm. Gloria hingegen wäre ein grösseres Wagnis gewesen.

        Genau! Rocker könnte ich mir auch mnal wieder ansehen. Schönen Dank für die Erinnerung.

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      2. Klar, Blues Klassiker! Wenn ich ehrlich bin kotzen mich inzwischen viele Versionen an, aber die von Them hat immerhin vom Gitarrenspiel her noch ziemlich Drive. Am besten kommt das Stück für mich bei Lightnin’ Hopkins daher.

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      3. Es gibt in der Tat wahrscheinlich eine kaum noch zu überblickende Anzahl von Coverversionen. Ich war bei der Suche in meinem Archiv erstaunt, dass ich selbst nur wenige Versionen habe.
        Alles nochmals kurz angespielt. Auf den ersten drei Plätzen landeten: The Orioles, Willie & The Poor Boys und The Aces,,,,

        Jetzt aber zu anderen Ufern mit: Harvey Mandel – Christo Redentor (1968)

        Da fällt mir eine Empfehlung ein. Es gibt einen frühen Kurzfilm von Wim Wenders. „Drei amerikanische LPs“. Da fährt mit Peter Handke in einem alten VW-Käfer rund um Münschen und es erklingen drei Lieder von den drei LPs. Wade in the Water von Christo Redentor, Slim Slow Slider von Astral Weeks und Lodi von Green River… Das Video findet man im Netz zum anschauen.

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      4. Dank für die Empfehlung! In den Filmen von Wim Wenders haben die Protagonisten ja immer ein ganz besonderes Verhältnis zur Musik. Mir fällt hier sein erster Spielfilm „Summer In The City“ ein. Der Film wurde im winterlich-tristen München und Berlin gedreht, der Sommer in der Stadt ist nur einem Song oder in Träumen beim Hören alter Platten gegenwärtig. Die Originalversion von „Baby Please Don’t Go“ stammt übrigens von Big Joe Williams, der vor allem für sein Spiel auf einer Gitarre mit neun Saiten bekannt wurde.

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  2. In the early 80s I went to Tower Records to order an import of Them Backtrackin‘ and still have it. One of my favorite sixties rock bands although they were ever changing. From then on I have been a Van Morrison fan…

    The track that caught me was Mighty Like A Rose.

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    1. I lived six months in Manhattan in 1984 and Tower Records was church for me… Anyway, all the Brit invaders in the 60ths shared the same R & B affections but another thing that set Them apart, was the fact they weren’t English. They were Irish. North Irish at that. Belfast was well on its way to being a war zone. And they were not popular at home. Morrison was reputed as being a less than congenial front man. And as evidenced here, he was a far more abrasive vocalist than either Jagger or even Eric Burdon at the time. Yep, „Mighty Like A Rose“ is a fantastic song. Sounds almost like the first draft of „Brown Eyed Girl“.

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      1. In the eighties as you well know…music wasn’t as accessible as now. Nashville got a Tower Records…it was everything…Morrison was/is a piece of work. One story I read was the band’s bus broke down in the middle of nowhere and Van said he would catch a ride somewhere and get someone to repair it…he took off to London to a hotel and left them there.
        I did hear Belfast was rough to say the least. He did sound like Jagger I have to admit…until Astral Weeks.

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      2. There are a lot of stories about Van Morrison from that time, but he definitely wasn’t the carnaby-chic guy that his manager Bert Berns wanted to sell him for. The tragic fate of his manager came to his rescue: Bert Berns died on New Year’s Eve 1967 at the age of 38 from a heart attack and Van Morrison got out of a shitty contract.

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      3. I do like the Bang sessions quite a bit.

        Bert could write a commercial song…one of my favorites from Them is Here Comes The Night penned by Berns.

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  3. 1965 mein Geburtsjahr, und vom Decca Label habe ich einige schöne Scheiben. Dazu die Plattenladen als Drehscheibe für die Hörer und Käufer der Importstücke, das waren die Zentren der musikalischen Welten plus die Disk-Jockeys, die ihre eigenen Schätze auflegten. Van Morrison macht sehr enge Musik für mein Musikempfinden.

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    1. Das britische Decca-Label war entscheidend an der Entwicklung der Beat-Musik in den 60er Jahren beteiligt, trotzdem verpassten die Manager ihre grösste Chance, als sie 1962 die Probeaufnahmen der Beatles ablehnten. „The Angry Young Them“ finde ich alles in allem ein gelungenes Debutalbum der Band aus Nordirland um den jungen Van Morrison, auch wenn nicht jeder Song drauf gleich der grosse Knüller ist.

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  4. Meine einzige Scheibe von Van Morrison ist „Astral Weeks“. Ich habs mehrfach mit anderen Alben versucht. Keine hat mich richtig angemacht.
    Im Jahr 2009 kam dann doch eine zweite Scheibe dazu: „Astral Weeks – Live At The Hollywood Bowl“ 😉 , da hat er das ganze Album nochmal live gespielt.

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    1. „Astral Weeks“ gilt mittlerweile als Van Morrisons chef d’oeuvre und ich will auch nichts gegen die musikalischen Qualitäten dieser Platte gesagt haben. Aber mit 67 habe ich manchmal doch das Gefühl, als würde sich Morrison hier wimmernd und stammelnd, plärrend und greinend in einer wahren Tour de Force quer durch das Poesiealbum der Adoleszenz quälen.

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    1. Them mit Van Morrison gehörten zu den besten R&B-Formationen der 60er Jahre. Vielleicht hätten etwas mehr Beständigkeit in der Band und ein Quentchen mehr Glück dafür gesorgt, dass die Rolling Stones einen ernsthaften Konkurrenten gehabt hätten. Nicht jeder Song auf ihren Debütalbum ist Meisterwerk, aber jeder Song strahlt eine unbändige Spielfreude aus. „Mystic Eyes“, „Gloria“, „You Just Can’t Win“ und „Route 66“ allerdings sind ganz grosse Klasse.

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      1. Ich habe mir inzwischen aufgrund der begeisterten Kommentare „the angry young them“ nochmal angehört. Unbändige Spielfreude, das triffts. Obs am „Quentchen mehr Glück“ lag kann ich nicht beurteilen.
        Aber es brauchte für die Stones wohl einen Andrew Loog Oldham –> „Als Manager nahm Oldham alles, was in den Stones steckte, und blies es zu hundertfacher Größe auf. Langhaarig und häßlich und anarchistisch, wie sie waren, wurden sie durch Oldham in diesen Eigenschaften noch bestärkt, und er verwandelte sie in alles das, was Eltern am meisten haßten, wovor sie sich am meisten fürchteten.“ (zit. nach Nik Cohn: AWopBopaLooBop ALopBamBoom, 1971)

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      2. Mit dem Zitat von Nik Cohn liegen Sie hier richtig, Herr Ärmel. Als Jugendlicher hatte man damals das Gefühl, das Leben dieser Stars sei eine einzige Party voller bunter Pillen und schöner Mädchen, die gelegentlich von eher lästigen Konzerten unterbrochen wurden. In Wirklichkeit wurden Bands wie die Stones, die Small Faces oder Them von einem korrupten Management ausgebeutet. Van Morrison habe ich in den 90er Jahren im Konzert erlebt. Er wirkte er auf mich ziemlich mürrisch. Eher wie einer, dem das Musikgeschäft zutiefst zuwider ist.

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