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Tedeschi Trucks Band, Revelator, 2011

Produzent/ Jim Scott, Derek Trucks

Label/ Sony Music

Die Tedeschi Trucks Band macht, was in diesen Zeiten nottut: tröstliche Musik mit einer scharfen Note, Roots-Rock mit sozialem Bewusstsein. Susan Tedeschis Stimme hat das Beruhigende von Bonnie Raitt und die wütende Euphorie von Janis Joplin. Die Bandmitglieder sind weisse und schwarze Musiker mit Wurzeln in Irland, Italien oder Syrien und doch ist diese Band „all-american“: Blues, Rock, Funk und Soul

Die Geschichte der Protagonisten ist eng mit jener der Allman Brothers Band verknüpft. Gitarrenvirtuose Derek Trucks war bereits als Teenager häufig Gast in der Südstaaten-Rockband. 1999, als er zum festen Mitglied wurde, spielte Susan Tedeschi im Vorprogramm der Allmans. Sie und der neun Jahre jüngere Slide-Gitarrist wurden ein Paar. In den kommenden Jahren teilten sie ihr Privatleben, gingen musikalisch aber zunächst Solo­wege. Bis sie 2010 schliesslich ihre gemeinsame Band gründeten.

Ihr Erstlingswerk „Revelator“ hat es gehörig in sich. Durch die grosse Band entsteht ein polyrhythmischer Groove, der jedem Song seinen eigenen Charakter verleiht. Die Songs sind alle aufeinander abgestimmt. Man höre sich nur einmal  „Midnight In Harlem“ an. Ebenso schön kommt „Until You Remember“. Rockiger, aber nicht minder intensiv, klingt „Learn How To Love“. Traumhaft schön auch das Zusammenspiel von Orgel und Bass auf „Love Has Something Else To Say“, gefolgt von einem kurzen und bewundernswert perfekten Wah-Solo der Gitarre.

All dies sind Momente der Freude, eine Feier der menschlichen Erfindung namens Musik. Wenn die Musiker der Tedeschi Trucks Band ihre Virtuosität zeigen, wirkt das nicht wie eine Zurschaustellung, sondern wie ein Geschenk. Oder, anders gesagt, „Revelator“ ist ein Album, für das man sich Zeit nehmen sollte, um alle Feinheiten zu spüren.

17 Gedanken zu “

    1. I like this album. It’s a magnificent cooperation between two unique musicians who also found each other in life. The dreamy voice of Susan Tedeschi and the guitar by Derek Trucks, one of the best in his field. Framed by a band, who builds through their experience easily a blues rock backdrop. Unfortunately I never saw them live …

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    1. Bei den Aufnahmen spürt man, dass die Tedeschi Trucks Band live eine besondere Kraft haben. Andrerseits fühlen sie sich auch im Studio sehr wohl. Es gibt ja Bands, in denen nur das eine oder nur das andere geht; hier passt aber beides.

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    1. Die Tedeschi Trucks Band erinnert nicht zufällig an die Allman Brothers. Bei Livemitschnitten ihrer Konzerte merkt man, dass sie alles erstklassige Musiker sind, die sich Zeit für Improvisationen gönnen. Ein Live-Highlight ist nach meinem Empfinden „Midnight In Harlem“. Das Stück gefällt mir in seiner sehr relaxten Art schon auf „Revelator“. Live ist es um etliche Minuten länger und noch intensiver. Ein Hochgenuss für die Seele. ich wünsche Dir ein schönes Wochenende: https://www.youtube.com/watch?v=6GkdCiqsFUI 

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    1. I like that too, CB. Great collaboration of two blues musicians and their bands. Susan has a good voice, but she can get boring after several albums. Derek Trucks was brought up under some of the Allman Brothers.

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      1. I never saw them, but it must be a good feeling to listening their music live. Derek has a superbly fluid style on the guitar. Well, maybe Susan Tedeschi hasn’t the greatest voice since Ella Fitzgerald but a comparsion with Bonnie Raitt is quite fair.

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