Art Blakey and the Jazz Messengers, Moanin‘, 1959

Produzent/ Alfred Lion

Label/ Blue Note Records

Es groovt, es hat Gospel-Schmelz und ist mit wenigen Tönen so einprägsam wie manche Hookline von den Beatles oder – beinahe – das Klopfmotiv von Beethovens Fünfter. „Moanin'“ heisst das Stück, eine Komposition von Pianist Bobby Timmons – die Titelnummer dieses Albums mit Blakeys gelb eingefärbtem Gesicht auf dem Cover.

Schlagzeuger Art Blakey war ein Meister kompakter und doch lässig durchlaufender Rhythmen, in denen er Akzente setzte durch Drum-Wirbel, die so wirkten, als hole die Musik tief Luft und richte sich auf. Der Gesamtklang der Band schien stolz und kraftvoll afroamerikanisches Selbstbewusstsein zu unterstreichen. Blakey hatte damals die wohl konturenschärfste Besetzung seiner Jazz Messengers: Trompeter Lee Morgan und Saxophonist Benny Golson, Pianist Bobby Timmons, Bassist Jymie Merritt. Ausser dem dem Titelstück stammen vier Nummern von Golson.

In nur ganz wenigen Aufnahmen des Jazz stimmen Inhalt und Atmosphäre so perfekt überein wie auf diesem Album. Der Sound, der in dem berühmten Rudy van Gelder Studio in Hackensack, New Jersey, aufgenommen wurde, hat eine nachtblaue Tiefe und zugleich eine Klarheit, die das Nonplusultra für diese Stücke sind. Alles wirkt organisch: die Themen, die Tempi – und viele hervorragende Soli der Bandmitglieder, vorallem das epochemachende von Lee Morgan im Titelstück.

13 Gedanken zu “

    1. Seine Musik klingt nie mühevoll. „Moanin’“ mit dem grossartigen Call-and-Response-Motiv wurde quasi zum Inbegriff des Blue-Note-Sounds. Von Art Blakey kann ich praktisch jede Platte empfehlen.

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  1. begnadet, sie alle, wie jung sie noch waren, allein Lee Morgan an der Trompete. So locker und frei … bei der Biographie! Habe erst vor kurzem gesehen: „I called him Morgan“ absolut sehenswert , ach ich könnte noch so viel dazu sagen, allein ein Danke von mir! Tolles Stück – hab ihn damals als Jungspund in Santander drummen sehen, da war er 67, ich geradeso 18. Best of!

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    1. Danke! Live habe ich Art Blakey leider nie erlebt. Seine Alben mit den Jazz Messengers habe ich Ende der 70er Jahre entdeckt. Nebst “A Night in Tunisia“ oder „Free For All“ ist „Moanin’“ wohl der Klassiker schlechthin. Lee Morgan und Bobby Timmons sind ja eher funkige, soulige und gospelgeprägte Musiker, was dem Album insgesamt eine gewisse Nähe zu diesen Formen schwarzer Musik verleiht.

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      1. Lee Morgan war vor allem ein begnadeter Trompeter. Art Blakey begründet sozusagen Morgans Erfolg und Ruhm. Selbst Miles Davis zog insofern seinen Hut, als er den Begnadeten links stehen ließ, was ein Bild auf Miles wirft – oder wenn zwei Hunde des Horns sich riechen. Und Blakey lächelt und trommelt es alles in den ewigen Rhythmus, diesen einen „ewigen“ Song. Sidewalker von Morgen noch so ein Klassiker. Unbedingt. Auch ein gute Geschichte. Vielen Dank für Deinen vorzüglichen Block. Ich geb das weiter! Gut dass das eine das andere bedingt. Es will – Trommeln. Alles ist Rhythmus- sagt ein Trommler.

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      2. In der Jazzgeschichte gibt es ja viele menschliche Dramen. Auch die Geschichte von Lee Morgan ist tragisch. Er starb, nachdem seine Frau in einer Eifersuchtsszene auf ihn geschossen hatte. Lee Morgan wurde nur 33 Jahre alt, hatte aber schon 31 Alben veröffentlicht. Aus der kurzlebigen Besetzung von Art Blakeys Jazz Messengers mit Hank Mobley, Lee Morgan, Bobby Timmons und Jymie Merritt soll im August dieses Jahres auch das Album „Just Coolin“ mit Aufnahmen von 1959 erscheinen. Eine Nummer wurde von Blue Note Records bereits veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=r7PDD6gB2EM

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    1. As I already said on Jackie McLean: Blue Note gets under your skin. Great music! Blakey and the Messengers in top form. As fresh today as it was when it was first released in 1958.

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