Martha & The Vandellas, Dancing In The Street, 1964

Text/Musik/ Marvin Gaye, William Stevenson, Ivy Jo Hunter

Produzent/ William Stevenson

Label/Gordy

Wann ich zum letzten Mal auf der Strasse getanzt habe? Um ehrlich zu sein, bezweifle ich, es je getan zu haben. Vielleicht etwas mit den Hüften gewackelt, wenn an einem Strassenfest in den 80ern eine Band aufspielte. Und doch ist „Dancing in the Street“ von Martha & The Vandellas für mich ein Song, der mich aus der winterlichen Klause holt und euphorische Gefühle von grenzenloser Freiheit und der verbindenden Kraft der Musik auslöst, auch 57 Jahre nach seiner Veröffentlichung. Vorspiel gibt es keins, und nach dem Drum Roll zum Anfang setzen fanfarenhafte Bläser ein. Der Frühling wird von diesem Fast-Forward-Groove überrollt, und schon ist es sommerlich heiss. Natürlich ziehe ich das rauere Original aus der Motown-Hitfabrik der gestylten Coverversion der Herren Jagger/Bowie in den Eighties vor.

Martha Reeves war die kraftvollste Sängerin aus der Girlgroup-Riege der Motor City, und ihre Vandellas liessen nichts anbrennen. Einige Jahre später, als es in den USA zu den „Race Riots“ kam, wurde „Dancing in the Street“ die Hymne des Aufstands und der Unterdrückten. Doch dieser Song lässt sich nicht vereinnahmen. Auch heute noch gibt er das Signal zum Aufbruch und will nicht mehr sein als „just an invitation across the nation a chance for folks to meet“. Ein schon fast unverschämter Aufruf in diesen isolierten Zeiten. Doch er wird gehört werden. Are you ready for a brand new beat?

21 Gedanken zu “

      1. Das einzig Gute, das sich über die Bowie/Jagger-Version sagen lässt ist, dass der Song ursprünglich als ein einmaliges Live-Ergebnis für „Live Aid 1985“ geplant war: Bowie sollte in London auf der Bühne stehen, Jagger in Philadelphia und gemeinsam wollten sie via Satellit das Lied singen. Dumm nur, dass die Verbindung zwischen London und Philadelphia nicht ohne eine Zeitverzögerung von einer Sekunde hinzubekommen war, weshalb sie den Song dann doch aufnahmen.

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      2. Dieser unpolitische Song wurde auch unfreiwillig zur Hymne der sozialen und politischen Aufstände in den sechziger Jahren. Selbst bei Wahlveranstaltungen von Barack Obama 2012 hörte man im Hintergrund immer wieder „Dancing in the Street“ von Martha & The Vandellas.

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      3. Nö. Die Bowie/Jagger Version war einer der wenigen brauchbaren Songs von Altstars um 1985. Den hab ich genossen. In jenen Rums-Plautz-Zeiten war das eine angenehme Prise early60s. Ähnlich erging/ergeht es mir mit dem ungefähr zeitgleichen „harlem shuffle“ der Stones. War ja nie Stones-Fan, deshalb hab ich auch keine Krämpfe, zu gestehen, dass mir aus deren Krisenzeiten doch der eine oder andere Song gefällt.

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      4. Ach du je! Die kannte ich ja noch gar nicht!
        is‘ aber ooooch nu keene Bildungslücke gewesen.
        Schöne Gitarrengeräusche – aber der lahmarschige Gesang von Diamond Dave versauts komplett.
        Naja, der Halen hat ja zu der Zeit schon Roy Orbisons „Pretty Woman“ vermanscht.
        Da bleib ich bei Jagger/Bowie.

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    1. „Dancing In The Street“ remains one of the most popular motown-songs from the 1960’s. The tune sounds fresh and vibrant today as it did the day it was recorded. I think there are some over 30 versions of this.

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