Leon Russell, 1970

Produzent/ Denny Cordell, Leon Russell

Label/ Shelter Records

Einen Künstler habe ich letztes Jahr für mich wiederentdeckt, der mich immer noch erstaunt und überrascht. Die Rede ist von Leon Russell, ein Multitalent, das nicht nur mit unfassbar vielen Grössen der Musikgeschichte zusammengearbeitet hat, darunter Frank Sinatra, den Stones, Elton John, Bob Dylan, George Harrison, Willie Nelson oder Joe Cocker, um bloss mal ein paar Namen nennen. Russell, der 2016 mit 74 Jahren starb, war Songwriter, Arrangeur, Produzent, Sänger, Pianist und eigentlich in sämtlichen Stilrichtungen der modernen amerikanischen Musikgeschichte zuhause. Country, Bluegrass, Rock’n’Roll, Soul, Folk, R’n’B bis Surf, es gibt eigentlich nichts, was er nicht beherrschte.

Wer in die verrückte Welt von Leon Russell eintauchen will, sollte Ausschau halten nach der Film-Documentary „A Poem is a Naked Person“ von Les Banks, die Aufnahmen aus den Jahren 1972 bis 1974 zeigt. Ebenfalls empfehlen kann ich die erste Solo-Produktion von Mr. Russell, die damals auf seinem eigenen Label Shelter-Records erschien. Was man hier zu hören bekommt, ist eine vollständige, perfekte und völlig unzeitgemässe Verschmelzung der obengenannten Stilrichtungen. Alle Tracks sind straight konzentriert, und dennoch sprüht eine ungeheure Spielfreude aus ihnen. Das gilt nicht nur für die Ur-Version von „Delta Lady“ (Joe Cocker). Zwei Songs sind noch besonders zu erwähnen: Der Opener „A Song For You“ und „Hummingbird“. Zudem ist auf der CD-Ausgabe auch eine Version von Dylans „Master Of War“ enthalten, das Russell damals unter erheblicher Verfremdung coverte.

28 Gedanken zu “

    1. Gern geschehen! Um es gleich vorweg zu sagen: Leon Russell hat über 35 Alben veröffentlicht und ein paar davon sind ziemlich frustrierend. Meine zwei Lieblingsplatten von ihm sind die erste und „Hank Wilson’s Back“. Zudem hat Leon auch bei „Mad Dogs & Englishmen“ mit Joe Cocker mitgemischt.

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    1. „A Song For You“ ist eine grossartige Komposition, auch wenn man sich vielleicht zuerst an die schnarrende bis krächzende Stimme von Leon Russell gewöhnen muss. Von dieser Ballade gibt es auch etliche Cover-Versionen: Amy Winehouse, Neil Diamond, Ray Charles, Simply Red, Aretha Franklin, Willie Nelson usw.

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      1. Wie bereits gesagt, habe ich Leon Russell im letzten Jahr wiederentdeckt und ziemlich Respekt vor dem künstlerischen Schaffen dieses Mannes. Insbesondere seine frühen Alben haben viel Gefühl und Tiefe und kompositorische Einfälle. Russells Gesang ist auf jeden Fall sehr besonders auch sein Klavierspiel. Diese stilistische Mischung aus Country, Blues, Soul, Gospel, Pop und simplen Balladen ist in dieser Zusammensetzung einzigartig: https://www.youtube.com/watch?v=r7MoZuP3JBo

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      1. Thanks for the link. Joe Cocker could literally have been singing from a phone book – it would have been impossible not listen to him. Even if the man is no longer with us, he made the sky cry, back then in Woodstock. After that cry – „I need someone to love“.

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    1. As teenager David Cassidy was a real hero for me.I pinned the Bravo Starschnitt on the wall -great memories -i remember the pink outfit exactly – thak you very much.

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  1. Mit dem wurde ich nie warm. Irgendwie ne zickige Kopie von Elton John – oder der von ihm. Nee, komme ohne beide aus. (Obwohl: den Crocodile Rock vom Elton John finde ich schon okay.)

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    1. Ich möchte Leon Russell nicht in den siebten Himmel loben, denn es steht fest, dass der Mann ein paar seichte Sachen gemacht hat. Sein Ruhm ist auch nicht immer im musikalischen Können zu suchen, sondern in geschickt durchgeführten Promotionaktionen. Im Grossen und ganzen gefällt mir
      aber die Musik des Amerikaners besser, als die von Elton John. Die beiden haben übrigens zusammen auch ein Album veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=3C5xdrITASQ&list=OLAK5uy_kqPYesxrWLur9aS7xJ1UMflUFFigYv5cQ

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  2. Klasse Scheibe! Zufaelligerweise enthaelt mein neuster „Best of What’s New“ Post ein schoenes Cover von „A Song for You“ gesungen von Merry Clayton, die gerade eine neues Gospelalbum herausgebracht hat. Wie ich herausfand, ist dies ihre zweite Cover-Version des Songs, den sie zuerst fuer ihr drittes Soloalbum von 1971 aufgenommen hatte.

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    1. „A Song For You“ ist natürlich eine grossartige Komposition, die einfährt. In der Folge wurde das Lied auch von verschiedenen Interpreten gecovert. Die von Merry Clayton habe ich bisher nicht gekannt. Die erste Version von 1971 klingt für mich aber überzeugender, als die auf ihrem neuen Gospelalbum.

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  3. Leon had so much soul. He could play anything. I’m reading right now he worked in Memphis quite a bit at Ardent studios. A Song for You is just beautiful and soulful.

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    1. Thanks, Max. Leon Russell was that what you may call a musician’s musician. He made some brilliant albums, organized The Mad Dogs & Englishmen tour for Joe Cocker, and led George Harrison’s band in the Concert for Bangladesh. He also worked with Phil Spector, The Byrds, J. J. Cale and many others. I like „Song For You“ too, it is a wonderful love ballad in a old masterly, very jazzy phrasing style.

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      1. The movie about Lightnin‘ Hopkins is my favorite from Les Blank. The musicians are all real characters. I don’t think you can find people like that in the music industry these days. The documentary about New Orleans and Mardi Gras is also interesting. Les Blank was an experimental filmmaker, you can see that in film titles like „Gap-Toothed Women“ or Garlic Is As Good As Ten Mothers“. Somehow I understand why Leon Russell refused to release the film about him.

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      2. Thanks, CB. Yes, „Burden Of Dreams“ is amazing. Herzog ist obsessed. Also very good is „My Dearest Enemy“. I watched „Desperedo“ the other day; a documentary about Wim Wenders. The talk between Herzog (with sunglasses) and Wenders is a high light of the movie.

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