Deep Purple, Made In Japan, 1972

Produzent/ Deep Purple

Label/ Purple Records

Auf Deep Purple war ich im Frühling 1969 bei der Abschlussfeier in der Sekundarschule gestossen. Während ich still eine Cola trank, übten sich ein paar coole Mitschüler im Ausdruckstanz. Dazu lief ein Song mit einem prägnanten „Na Na Na“ im Refrain. Ein paar Tage später kaufte ich mir bei Musik Hug das Purple-Album „The Book Of Taliesyn“. Zu Hause war ich etwas enttäuscht, irgendwie klang das alles nicht schlecht, aber doch völlig anders als das, was ich bei der Abschlussfeier gehört hatte. Beim nächsten Album hatte ich mehr Glück. „Deep Purple In Rock“ war ein wegweisendes Album. Wahrscheinlich kann sich meine Mutter noch daran erinnern, wie ich die Platte immer wieder aufgelegt habe, vorallem „Child In Time“ war hier das absolute Masterpiece. Und ziemlich genau am Ende meiner Lehrzeit kaufte ich mir das goldene Doppelalbum „Made In Japan“ mit den Live-Aufnahmen aus Osaka und Tokio. Gegenüber den Studioeinspielungen legen Deep Purple hier noch einen Zacken zu. Sie befinden sich sozusagen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Besonders „Smoke On The Water“ beeindruckt, das in der Live-Version von Blackmore variiert wird. Auch den Übersong „Child In Time“ kann die Band in „Made In Japan“ mit Leichtigkeit bewältigen.

32 Gedanken zu “

  1. Während ich still eine Cola trank, übten sich ein paar coole Mitschüler im Ausdruckstanz.  …danke für den Schmunzler. 😉
    „Deep Purple In Rock“ … war meine erste „Begegnung“ mit den Mannen von Deep Purple, „Child in time“ … hatte es auch mir mächtig angetan UND wirkt auch heute noch, „Smoke on the water“ hingegen ist mir schon etwas zu abgenudelt …

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    1. 1972 war ich 19 Jahre alt. Die Beatles und die Stones habe ich allenfalls als grosses Kind erlebt. Aber Deep Purple und Led Zeppelin waren neue Helden. Dieser Aufbau von „Child In Time“, diese immer höher steigende Stimme, dann diese ekstatische Soli. Dar war für uns ein echtes Kunstwerk.

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  2. Ging mir ganz ähnlich, aber ich hab die Klassiker (mit Gillan und Glover) zuerst kennengelernt. Also In Rock, Fireball, Machine Head und dann Made in Japan. Mein großer Liebling live war Lazy – nur gut. Inzwischen hör ich sie gar nicht mehr, aber von den Studio LPs gibt es das relativ obscure No one came – das kam fast schon amerikanisch und sehr cool daher. Das hab ich vor kurzem wieder gehört und es gefällt mir immer noch. Mit Burn ging es für mich mit Purple bergab. Die ganzen anderen Musiker wollte ich alle nicht hören.

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    1. Danke Alex! Eigentlich war ich damals mehr Led-Zeppelin-Fan, aber ein Freund von besass fast alle Deep Purple Platten. So habe neben den „Shades Of Deep Purple“ und „Deep Purple“ ( das Album mit dem Gemälde von Hieronymus Bosch) auch das „Concerto For Group And Orchestra“ kennengelernt. Nach „Deep Purple in Rock“ kam noch die Single „Black Night“. Kurz nach dem Mark II-Album „Machine Head“ und „Made In Japan“ habe ich dann das Interesse an Deep Purple verloren.

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    1. There was the casino fire in Montreux on December 4, 1971, during a Zappa concert that a fan should have triggered with a signal pistol. The people thought first that the fire was part of the show because Zappa said on stage something like „And god sent sheets of fire“ and then „Fire !!!“

      Deep Purple were in Montreux at that time for recordings, so „Smoke On The Water“ was born. A friend, Urban Gwerder, who ran the „ZappArchiv“ back then, snatched a piece from Ian Underwood’s melted synthesizer.

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  3. Klar, da war „In Rock“. Als zweites Album lernte ich das zuvor erschienene Album kennen „Deep Purple“. April ist bis heute einer meiner Lieblingssongs der Band. Die Mk I und MkII Besetzungen repräsentieren für mich die Entwicklung vom Anfang bis zum Höhepunkt ihrer Karriere.

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    1. „Made In Japan“ ist für mich bis heute unerreicht und wird es vermutlich auch bleiben. Neben dem Drum-Solo von Ian Paice in „The Mule“ hat mich Ian Gillan, der Blackmore in „Strange Kind Of A Woman“ Paroli bieten kann, beeindruckt. Das von Dir erwähnte Instrumentalstück „April“ auf dem Purple-Album mit dem Bosch Cover ist natürlich ein Highlight. Man kann dazu auch tanzen, wenn man will.

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      1. „…and then the feeling comes again of an april wirhout end…“ das ist kein reines Instrumentalstück.

        „Strange kind of Woman“ auf der „Made in Japan“ ist ein fetzender Kracher

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  4. Ach ja, Deep Purple, die ich nach wie vor als meine Lieblingshardrockband betrachte. Die Kombination von Ritchie Blackmores Gitarre und Jon Lords Hammond war einfach genial, wie auch die kraftvolle Rhythmusmaschine von Ian Paice und Roger Glover. Natuerlich darf Ian Gillan nicht unerwaehnt bleiben – meiner Meinung nach der beste Deep Purple Saenger!

    „Made in Japan“ lieh ich mir seinerzeit (muessten wohl die spaeten siebziger Jahre gewesen sein) von einem Schulfreund aus und nahm es auf Kassette auf. Da ich mich von meinen Kassetten bis auf den heutigen Tag nicht getrennt habe, muesste dieses Tape wohl irgendwo noch herumfahren. Ich selber hatte mir bereits „Machine Head“ als Platte gekauft – nach wie vor mein Lieblingsalbum von Deep Purple.

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    1. Ich bin mit Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin und Pink Floyd gross geworden. Sie kamen gleich nach den Stones und Jimi Hendrix. „Deep Purple In Rock“, „Led Zeppelin II“, „A Saucerful Of Secrets“, das reichte, um meine Eltern zu ärgern und meine Haare wachsen zu lassen.

      „Child In Time“, „Hush“ und „Black Night“ bleiben für immer in meiner Erinnerung, aber nach „Smoke On The Water“ und dem Live -Doppelalbum „Made In Japan“ war die Band für mich weg vom Fenster.

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      1. Ich stime Dir zu. Deep Purples Alben bis „Machine Head“ und „Made in Japan“ gefallen ebenfalls am besten. Auch nicht schlecht finde ich „Perfect Strangers“ von 1984, was eine Art Comeback-Album war.

        Leider dauerte es bis zum August 2017, dass ich Deep Purple live hier in New Jersey erleben konnte – zusammen mit Alice Cooper! 🙂

        Natuerlich hatte Ian Gillans Stimme nicht mehr den Druck der fruehen ’70er Jahre, aber es war trotzdem ein cooles Erlebnis. Ian Paice hatte nach wie vor eindrucksvolle Power. Steve Morse an der Gitarre und Don Airey an den Tasten leisteten ebenfalls gute Arbeit.

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      2. Danke Christian! Deep Purple sind oft hier in der Schweiz aufgetreten und ich hätte sie live erleben können. Aber für mich boten sie nicht Neues. Eben brave Hausmannskost aus der Hardrock-Küche. Interessant fand ich hingegen Jon Lord, der sich von der Band abgeseilt und seine klassischen Projekte verfolgt hat. Sein Konzert in der Zürcher Tonhalle klang fast wie das „Concerto for Group and Orchestra“ von 1969. Und zum Schluss „Child In Time“ (wenn auch mit Steve Lee statt Ian Gillan): https://www.youtube.com/watch?v=n1VmXng7Ch4

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  5. Auch bei mir begann es mit „Made in Japan“ und vor allem davon die „Smoke on…“Version und „Child in time“. Deshalb enttäuschten mich die später kennengelernten Studiovarianten. Und die vielen Filler auf „In Rock“ und „Machinehead“.
    Fan war ich von der Truppe nie, aber so verspätet in der Oberstufe dann die MK I Highlights „April“ und „Help“ kennenzulernen, das hatte was von rockhistorischer Schatzgräberei.
    Bloß enttäuschte mich dann das „April“-Album mit dem ganzen Rest. „Book of Taliesyn“ dagegen ist so ein Album ganz ohne Hits und wird deshalb gerne übersehen. Insgesamt passt aber hier deutlich geschlossener ein Track zum andern. Die „Book of Taliesyn“ ist mir heute eine der liebsten Purple-Platten.

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    1. Auf den ersten drei Alben gibt es ein paar interessante Coverversionen bekannter Hits. Trotz des originelle Konzepts und der Einbeziehung klassischer Elementen gefällt mir das Beatles-Original von „Help“ besser. Der Sound der Band kam wohl am brisantesten auf „In Rock“ (1970) daher und erreichte mit „Made In Japan“ (1972) einen Höhepunkt. Der Deep-Purple-Verschnitt „Stormbringer“ Jahrgang 1974 hingegen verursachte dann bei mir einen Höllen-Kater.

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      1. Hm. Nur bei „Stormbringer“ Übereinstimmung. Die ist grottig.
        „Help“ find ich von Deep Purple deutlich besser als von den Beatles. So entschleunigt wirkt der Text erst.
        Die beste „Help“ Version allerdings hat Tina Turner gemacht. Hinten auf der „Privat Dancer“ Platte.

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  6. I’ve always liked this album, though they get a little carried away with all the jamming. Then again, Deep Purple were never a „tight“ band. They aren’t concise–though Woman from Tokyo is a perfectly crafted rock tune. But it’s not on Made in Japan, I don’t think. Highway Star, Space Truckin‘ and, YES!, Child in Time are represented well here.

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    1. Thanks Pam, good to see you back again. Deep Purple are fond memories of my youth. „Hush“, „Child In Time“ and of course their big hit about the casino fire in Montreux. „Woman From Tokyo“ is from the“ Who Do We Think We Are“ album (1973). The quality doesn’t come close to „In Rock“ or „Made In Japan“. But I like the long version of this song.

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  7. Bei einer Schul-Tombola habe ich mit 13 Jahren „Fireball“ gewonnen, das war schon gut. „Deep Purple“ mit „April“ war sehr o.k. und natürlich „In Rock“ hat mich richtig begeistert.

    Aber „Made In Japan“ ist der absolute Bringer, auch heute noch und nur echt auf Vinyl!

    „Made In Japan“ ist für mich das beste Rock-Live Album aller Zeiten!!!

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    1. Mit „Made In Japan“ waren Deep Purple im Zenit ihres Ruhmes. Der Konzertmitschnitt stellte alle bisherigen Livealben in den Schatten.

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  8. Aus zeitlichen und hörgerätetechnischen Gründen komme ich erst jetzt dazu, Deinen Beitrag zu lesen und zu hören.
    JAAAA, danke für die Einstimmung auf einen sehr langen und nicht weniger anstrengenden Tag mit Videokonferenzen!

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    1. „Made In Japan“ gehört zu den besten Live-Alben der 70er Jahre. Hoffen wir, dass Deine Videokonferenzen auch mit der Dynamik und atmosphärischen Dichte rüberkommen wie die Musik auf dem Album.

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  9. Von Child in time bin auf eine Version mit dem weißrussischem Orchester gestoßen und mit einem Sänger, der der Studioaufnahme von Deep Purple näher kommt wie es Ian Gillan live nicht hinbekommen hat. Auf YouTube nach Child in time Belarus suchen.

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  10. Dazu eine kleine Anekdote:

    Während der Arbeit höre ich megalaut „Child In Time“. Boooah, da gibt’s aber Nachbarn. Aber irgendwie kam mir das schräg vor, den so laut kann kein Nachbar sein. Das war kein Grillfest mehr. Da fiel mir siedend heiss ein, das am nächsten Tag im Stadion ein „Classic Open Air“ angesagt war. Rübergefahren, rein in die Arena. Wer kommt mir da entgegen? Jon Lord. Er hat sogar gegrüßt. Eine echt imposante Erscheinung.
    Leider gab es ihn kurze Zeit später nicht mehr!

    So viel zum Thema: In Würde altern!

    Deep Purple war nie einer meiner Favoriten. Aber es gab immer wieder Sachen, die einfach hängen geblieben sind: „Fools“ ganz extrem, „Sail Away“, „April“ (sehr stark) und noch etliches mehr.

    An denen kam man nicht vorbei, wenn man in den 70’s rocksozialisiert wurde.

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