Frank Zappa, Apostrophe‘, 1974

Producer/ Frank Zappa

Label/ DiscReet Records

Frank der Zyniker schlägt wieder zu. Mir sind seine Platten mit Gesang lieber als die Varese-Nachfolger. Aber das ist eine Frage, die eine Nation spaltet. Ist nun der gesellschaftskritische Zappa besser als der musikexplodierende? Eins lässt sich wohl kaum vom anderen trennen, und doch sind die Unterschiede manchmal beträchtlich.

This was my first exposure to Zappa’s music and I was introduced to his musical world. What a world it was. His vocals caught my ear right away, the humor and then his unique guitar licks which was the cream on top of all this new well put together tight music I was hearing for the first time. I wanted to hear more Frank Zappa.

Ich bin froh, dass es auf „Apostrophe“ genug Worte gibt, genug Lieder. So wird Zappa nämlich zum Spass, zum Ereignis. Man kann nicht nur schmunzeln, wenn er dem Jungen „next door“ oder dem lieben alten Trottel eins auf den Sack gibt. Doch Freude wird hier nicht zur Schadenfreude, denn vielleicht meint Onkel Frank ja auch dich! Auch deine Schweissfüsse oder meine.

Franks vocals (spoken word at times) and his humor were a draw. You knew he was having fun and not taking things to serious which appealed to a teenage CB off the bat. I wasn’t hearing songs about „Nanook“ or „Alphonso“ any where else… So many of the lyrics on the album have stuck with me over the years. „The crux of the biscuit is the apostrophe …  Ain’t this boogie a mess“.

Natürlich ist das Album gut. Zappa hat einige Musiker versammelt, mit denen er „gern Platten macht“, wie es in Cover-Text heisst. Das sind zum Beispiel Jack Bruce, George Duke, Sugar Cane Harris, Jean-Luc Ponty, Jim Gordon, Ainsley Dunbar usw. usw. Meine einzige Kritik an der Platte ist in Bezug auf die Länge. Es ist eigentlich eine Frechheit, ein Album herauszubringen, dass nur 32 Minuten lang ist. Auch bei Zappa!

Frank hooking up with Bruce and Gordon on the title track just did it for me. Power trio, hard rock instrumental. It has become a favorite tune for me. I could have spent 32 minutes in this jam but Zappa cut it short making me want some more of not just this cut but of all the music I heard on the record. 

Dieser Beitrag entstand im Dialog mit Cincinnati Babyhead

30 Gedanken zu “

  1. Das ist so eine geile Platte, ab „St. Alfonzo’s Pancake Breakfast“ und „Father O’Blivion“ wird es atemberaubend, welch‘ wilder Ritt da stattfindet. Der Rhythmus, dank u.a. Ruth Underwood ist so irre schnell, komplex, wechselt ständig, ich kann es gar nicht beschreiben.

    Ich finde es einfach irre und das seit 47 Jahren… 😉

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    1. Die ersten vier Stück auf dem Album bilden eine Suite, die in liebevoller musikalischer Illustrierung die Geschichte von Nanook dem Eskimo erzählen. Zu dieser Geschichte gehört auch das berühmte Pfannkuchen-Frühstück in der Pfarrei Alfonzo. Nach einigen pittoresken Einwürfen am Anfang der Geschichte, geht in den letzten beiden Abschnitten richtig die Post ab mit krassen Läufen, Fanfaren, hektischer Rhythmik. Es ist einfach nur erstaunlich, wie Zappa hier die verschiedensten Musikstile aufnehmen und umsetzen kann.

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  2. Zappa is such an extraordinary musician. I’ve never been much of a fan, though. I just don’t care for his music–I don’t know one album from the next–but I do know he’s talented–and he has talented musicians that work with him. In addition to those you mentioned there’s Dale & Terry Bozzio, Lowell George, Eric Clapton, The Brecker Brothers, Shuggie Otis…so many great jazz musicians like Ernie Watts.

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    1. „Apostrophe“ belongs probably to Zappa’s more commercially successful albums, which has to do with fact that there are fewer experiments and solos and more songs. „Don’t Eat That Yellow Snow“ sounds already catchy for Zappa. The band with George Duke on keyboards and Ruth Underwood on percussion is of course great. I think they played together in the first half of the 70s on „Over-Nite Sensation“, „Apostrophe“ and „Roxy & Elsewhere“.

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  3. Oh mein Wort! Dieses Album. Ich liebe dieses Album. Mein Vater hat dieses Album geliebt. Mein lieber verstorbener Onkel und er haben das die ganze Zeit gespielt. Overnite Sensation auch. Zappa liegt unter Autos, reicht diesen Typen Schraubenschlüssel und lacht über den Text

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    1. Thanks, Steve. Das war bestimmt richtig gute Musik für deinen Vater und Onkel! Auf „Apostrophe“ perfektionierte Zappa die Themenmontage als kompositorisches Prinzip. Er hatte dafür 24 brillante Musiker um sich gescharrt. Die zehnminütige Suite „Don’t Eat The Yellow Snow“, um den Eskimo Nanook ist einfach grossartig. Mir gefällt auch dieser Dialog mit dem fiktiven Haushund Fido über Schweissfüsse.

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    1. Danke, Christian. Wir wollen hier die räumliche Distanz auch mal als gemeinsames Element auf der Bühne nutzen oder umgekehrt durch das gemeinsame Element auf der Bühne die räumliche Distanz unterstreichen.

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  4. Zappa….war mal seeeehr in…. das hat sich aber mittlerweile seeehr gelegt.

    Der große Gesellschaftskritiker? Eher – der große Egomane.( „Was in meinen Studioräumen erprobt wurde, ist meine Komposition!“ Nicht nur Lowell George war schlecht auf ihn zu sprechen.)

    Humor? Stark veraltet, wie die ersten Otto-Shows, wenn man so will. (Yellow snow… Sofa…jaja und abwink) Anderes war eher „von der Scheißhaustür abgeschrieben“.(Joes Garage – steck ihn rein….)
    Plumper Mist, dem die „Genialität“ inzwischen sehr abhanden kam.

    Unterm Strich bleiben noch ein paar Reste aus „Sheik Yerbouti-Tagen“ oder von der „You are waht you is“(Vor allem der Innencovertext!) Aber insgesamt eben doch sehr sehr wenig.

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    1. Zappa hatte die Allüren des absoluten Chefs, und wenn zwei Egos aneinandergerieten, war es schwierig mit ihm zusammenzuarbeiten. Aber Zappa war durchaus ein Gesellschaftskritiker, gerade in der ersten Hälfte der 70er Jahre war er nahe am „Puls der Zeit“ mit seinen Songs; das Trauma des verlorenen Vietnamkriegs, Wirtschaftskrise und Inflation, die Sexwelle mit ihren bizarren Auswüchsen, Gurus, Esoterik, die ganzen Aussteiger, die auf dem Land ihr Glück machen wollten, Richard Nixons kriminelle Umtriebe usw. All das natürlich immer wieder gewürzt mit den typisch absurden Elementen, mit dem was er selbst „conceptual continuity“ nannte. Man muss Zappa nicht lieben, aber man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass er es im Gegensatz zur Oberfläche seiner teils infantilen, teils zynischen Songs und Obszönitäten durchaus ernst meinte.

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      1. Zappa war ein Berufsmusiker. „We’re Only In It For The Money“ heisst sein drittes Album mit den Mothers. Aber populär und vermögend werden konnte er mit seinen ersten Alben sicher nicht. Mag sein, dass es da Anfang der 70er Jahre ein bewusstes Kalkül für seinen Schwenk zu für seine Verhältnisse eingängigere Musik gab.

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  5. I didn’t have a young exposure to him but I’ve liked what I’ve picked up like Joe’s Garage and others. As a musician he is second to none…and his feel was incredible.

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    1. Joe’s Garage“ is a great work by Zappa. OK, I don’t want to narrow down the choice here, but „Apostrophe“ is at least as great. Zappa made it into the US top teen for the first and only time in 1974 with this (his 18th) album. Captain Beefheart never had such a success.

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  6. I’ve mentioned to CB that I’m not really familiar with enough of Zappa’s stuff. I get that he was helluva talented, but I guess I just never heard enough songs in what I heard. You guys have convinced me to give this a bash, though.

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    1. Thanks, J. Zappa for beginners? Not an easy question. But here are some instructions:

      „Freak Out“ (1966): The first album by the Zappa mothers band and the first concept album in rock history.

      „Hot Rats“ (1969): Beginning of the jazz phase. Sung inimitably with „Willie The Pimp“ by Captain Beefheart.

      „Apostrophe“ (1974): Exquiste Rock with thematic assembly as a compositional principle.

      „Joe’s Garage“ (1979): A rock opera in three acts.

      And if you like guitar solos:

      „Shut Up And Play Yer Guitar“ (1981). Zappa was never as virtuoso as John Mc Laughlin or fast as Eddie Van Halen – nevertheless: „It’s the composition, stupid!“

      There are some more albums that I like, but I think you already have a lot to listen.

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  7. Meine erste Begegnung war „Overnite Sensation“. Und das ist ja hier schon geschrieben worden: Der Mann hatte viele Seiten. Brillianter Gitarrist, auch Gesellschaftskritiker, oh ja. Verfasser von purem Nonsens, Geschäftsmann, spießiger Familienvater, Drogengegner, Doo-Wop Fan (Er schrieb einen Song für die Penguins – „Memories Of El Monte“), erster Musiker, der das Wort Chromdinett verwendet hat usw.
    Die Welt wäre nicht schlechter, wenn es mehr von dieser Sorte geben würde.
    Er hat ja mal kandidiert in den USA und als man ihn nach den Gründen fragte, war die Antwort: „Could I do any worse ? Über Geschmack läßt sich endlos streiten, was ich mit Sicherheit nicht vorhabe, aber für mich war er einer der ganz Großen. Er und Lennon sind die Einzigen, die es bis zum Poster an der Wand hier geschafft haben.

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  8. Und jetzt bin ich am Grübeln, welche der Scheiben „One Size Fits All“, „Bongo Fury“, „Zoot Allures“ oder „Apostrophé“ am besten gefällt. Ich hab die alle gehört bis mir beinahe die Ohren abgefallen sind!
    Die instrumentalen Sachen, die habe ich viel später mir erschlossen, die brauchen Sitzfleisch.

    PS: Schön, von dem Monsieur Bludgeon mal wieder zu lesen! Unsere Wege haben sich auch schon ein paar mal gekreuzt!

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