
Jethro Tull, Locomotive Breath, 1971
Text/Musik/ Ian Anderson
Produzent/ Ian Anderson
Label/ Island
„Locomotive Breath“ ist für mich einer der brillantesten Titel Jethro Tulls aus dem Album „Aqualung“. Ian Anderson, Kopf, Sänger und Flötist von Jethro Tull erklärte, „Locomotive Breath“ sei ein nicht unbedingt todernstes Lied darüber, wie ein Mensch unaufhaltsam und führerlos durchs Leben und schliesslich in den Tod rast.
„He feels the piston scraping, steam breaking on his brow, Old Charlie stole the handle, and the train it won’t stop going – no way to slow down.“ Der unglückliche Mann in seinem führerlos dahinstampfenden Lebenszug muss zusehen, wie seine Kinder an verschiedenen Bahnhöfen eines nach dem anderen vom Zug herunterspringen, und er weiss, dass irgendwo seine Frau sich mit seinem besten Freund im Bett vergnügt. Was seine Stimmung sicherlich auch nicht gerade hebt. Er kriecht auf Knien und Händen durch dier Gänge des Zuges, hört das Heulen der Stille und fängt fallende Engel auf, und der ewige Gewinner (damit ist wahrscheinlich Gott gemeint) hat ihn fest am Sack.
Der Mann greift zu Gideons Bibel, die auf Seite 1 aufgeschlagen ist (dort steht in der Schöpfungsgeschichte der Gegenentwurf zu Charles Darwins Evolutionstheorie) und sagt sich „Gottlob hat er (Old Charlie) den Griff geklaut“. „The train it won’t stop going, no way to slow down.“









