Joe Walsh, The Smoker You Drink, the Player You Get, 1973

Produzent/ Joe Walsh, Bill Szymczyk

Label/ ABC-Dunhill

Hört man dieses zweite Album von Joe Walsh, dann wird einmal mehr klar, warum die Gruppe James Gang ohne ihren Ex-Leader musikalisch nur noch dahinvegetierte: Es scheint, als habe James Gang nur von Joe Walshs Ideenreichtum und Vitalität gelebt.

Obwohl mehrere Stücke auf dieser Platte nicht von Joe Walsh geschrieben sind, sondern von anderen Mitglieder der vierköpfigen Gruppe, die sich hinter dem Namen Joe Walsh verbirgt, ist seine Handschrift doch unverkennbar. Das liegt nicht nur an seiner Mickey Mouse-Stimme, sondern z.B. auch an der Art, wie der Synthesizer eingesetzt wird, um den Background mit einer manchmal fast unhörbaren, dann wieder alles umfassenden Geräuschkulisse auszufüllen, oder daran wie Bass und Synthesizer mit- und gegeneinander eingesetzt werden. Die Kompositionen der anderen Musiker passen erstaunlich gut ins Konzept, obwohl sie, verglichen z.B. mit „Rocky Mountain Way“ dem Glanzstück des Albums, nur durchschnittlich wirken. Stellenweise erreicht „The Smoker You Drink, the Player you Get“ aber Momente seltener Schönheit und Brillanz. Das Album hat das Schicksal so vieler Rockplatten, die damals von der breiten Masse übersehen wurden, nur weil Joe Walsh kein Name war, der durch grosse Publicity-Kampagnen unter die Leute gebracht wurde. Ich habe es zum ersten Mal vor über 40 Jahren gehört und erst kürzlich wiederentdeckt.

Joni Mitchell, Amelia, 1976

Text/Musik/ Joni Mitchell

Produzent/ Joni Mitchell

Label/ Asylum Records

Amelia Mary Earheart, geboren in Atchison in Kansas, Jahrgang 1898, Lehrerin, Krankenschwester während des 1. Weltkriegs, 1918 als Zwanzigjährige gegen den Willen ihrer Familie zur Pilotin brevetiert, überquert am 20. Mai 1932 als erste Frau alleine den Atlantik. Unternimmt weitere Alleinflüge über die USA und den Pazifik. Arbeitet in den dreissiger Jahren als Linienpilotin zwischen New York und Washington. Im März 1937 setzt sie zur Weltumquerung an. Ein erster Versuch scheitert wegen Flugzeugbrandes in Hawaii. Der zweite beginnt am 20. Mai in Miami und führt über Brasilien, Westafrika, Kalkutta und Rangoon nach Neuguinea. Am 2. Juli 1937 startet die zweimotorige Lookhead mit vollen Tanks zur gefährlichsten Etappe, einem Nonstop-Flug nach der kleinen Insel Howland nördlich von Samoa. Zwanzig Stunden später fangen britische und amerikanische Schiffe SOS-Signale auf, in denen von Treibstoffmangel die Rede ist. Kurz danach verschwindet das Flugzeug über dem Südpazifik. Trotz wochenlanger Grossfahndung mit 64 Flugzeugen und 8 Kriegsschiffen in den Gewässern des Stillen Ozeans bleiben Flugzeug und Besatzung verschwunden. Amelia Earheart ist 39 Jahre alt geworden.

Im November 1976 erscheint „Hejira“, Joni Mitchells neuntes Album, und bis heute eines ihrer besten. Kernstück der Platte, die selbst das Reisen zum Thema hat und mythisch überhöht, ist der Song „Amelia“, der den Flug der Pilotin mit einer Autofahrt der Sängerin durch die Wüste Nevadas gleichschaltet. Über der Wüste sieht Joni Mitchell Düsenflugzeuge am Himmel, sie hinterlassen sechs Kondensstreifen, lang und schmal wie die Saiten einer Gitarre. Sie denkt an Amelia, ihren Traum vom Fliegen und überlegt, was das mit ihr zu tun hat.

Mitchells Gitarrenspiel rankt sich um die gedehnten Bassläufe von Jaco Pastorius. Statt eines Schlagzeugs spielt Victor Feldman sein verhülltes Vibraphon, Larry Carlton dekoriert das Stück mit seinen Gitarrenfiguren. Auch die Stimme klingt entrückt. Von der ersten Strophe an hängt das Stück zwischen Himmel und Erde, in der zweiten wird das Dröhnen der Flugzeuge von den Arpeggien der Gitarre kommentiert. Die Musik hat etwas Flächiges und Mobiles zugleich. Die Sängerin im Himmel über der Wüste, die Fliegerin zwischen Himmel und Meer, vom Horizont verschluckt, spurlos und verschwunden.

The Beatles, Back In The U.S.S.R., 1968

Text/Musik/ John Lennon, Paul McCartney

Produzent/ George Martin

Label/ Odeon

Der Song erinnert an Chuck Berry und die Beach Boys, was aber den Wert des Stücks nicht schmälert. Denn es wird klar, dass USA und U.S.S.R. hier als austauschbar erscheinen, vorallem in der Passage „Back in the U.S., Back in the U.S., Back in the U.S.S.R.“ „Georgia On My Mind“, die offizielle Hymne des US-Bundesstaates Georgia wird auf das kommunistische Georgien übertragen. Ansonsten wird die Föhlichkeit, die gemeinhin den USA zugeschrieben wird, auf Russland projiziert: die heissen Girls („besser als im Westen“), die Balalaika-Klänge, die Berge, die Heimat. Sowas darf man getrost als Ironie interpretieren.

Aber es gab auch etliche Politheinis, die waren damals derart humorfrei, dass sie den Witz nicht verstanden. Sowohl die Linke als auch die antikommunistische Rechte sahen in dem Text eine Sympathieerklärung der Beatles an Moskau, die von den Linken gefeiert, von den Rechten lautstark verurteilt wurde. Die Einzigen, die den Song genau verstanden hatten, sassen in Moskau. Für die kommunistische Führung galt der Song offiziell als Ausdruck einer kulturellen Invasion durch den „aggressiven amerikanischen Imperialismus“. Zwar befinden wir uns heute nicht mehr im Kalten Krieg, aber angesichts der blutigen und bedauerlich fehlgeleiteten Entscheidung eines Mannes, in ein friedliches Nachbarland einzumarschieren, bekommt der Song eine ganz neue Bedeutung.

Tedeschi Trucks Band, Made Up Mind, 2013

Produzent/ Jim Scott, Derek Trucks

Label/ Masterworks

Mit ihrem Debüt „Revelator“ verpasste die Tedeschi Trucks Band einer bewährten Formel ein Up-date: Memphis-Soul meets Southern-Rock mit energischen Spiel und starken Songs. Letztere stammen von Susan Tedeschi, einer Künstlerin, die sich während der letzten zwei Dekaden als eigenständige Sängerin, Gitarristin und Songwriterin etablieren konnte, eine Art jüngere Bonnie Raitt. Spektakuläres liesse sich auch von Derek Trucks sagen. Der Mann zählt zu den virtuosesten Gitarristen der Gegenwart (The Allman Brothers Band, Derek Trucks Band).

„Made Up Mind“, ihr drittes Album, bringt die jeweiligen Stärken des Musikerpaares sehr gut zur Geltung. Jedem haarsträubenden Solo von Trucks ( z.B. am Ende des funkigen „All That I Need“ ) steht ein Gänsehaut erzeugender Moment von Tedeschi gegenüber: wie sie die bittersüsse Ballade „Calling Out To You“ singt oder in „Part Of Me“ im Duett mit Saunders Sermons die Soullady gibt. „Whiskey Legs“ schliesslich, ein brodelnder R&B-Titel, endet mit duellierenden Gitarren. Besonders gut gefällt mir der Titelsong „Made Up Mind“ und „The Storm“, ein träger Swamp-Groove über einer orientalisch klingenden Melodie, bevor er in ein psychedelisches Voodoo-Mantra mündet. Truck’s abschliessendes Solo klingt wie eine Beschwörung des Geistes von Jimi Hendrix.

The Rolling Stones, Mother’s Little Helper, 1966

Text/Musik/ Mick Jagger, Keith Richards

Produzent/ Andrew Loog Oldham

Label/ Decca

Hausfrauen nahmen gern das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan, bis dessen schädigende Wirkung 1961 bekannt wurde. Danach sorgte Valium für Beruhigung – auch als Ausgleich für die aufputschende Wirkung vom Ampethaminen, die sehr beliebt waren. Die Gewohnheit, morgens Aufputsch- und abends Beruhigungsmittel einzuwerfen, sorgte bei Millionen von Menschen, die man gemeinhin dem braven Bürgertum zuordnete, für regelrechte Drogenabhängigkeit. Die Stones haben diesen unseligen Helferlein durch den Alltag der Mütter einen Song gewidmet: Mein Gott, dieser Stress heutzutage! Und die Kinder, die sind heute Monster! Mutter braucht heutzutage etwas, um sich zu beruhigen. Eine kleine gelbe Pille hilft ihr, durch den stressigen Tag zu kommen. Es gibt nur noch Fertiggerichte, frisches Essen zuzubereiten ist anstrengend geworden. Oder ist sie nur empfindlicher? Eigentlich hat sie ja alles, was sie sich sich gewünscht hat: Ehe, Familie, Wohlstand, die Segnungen der modernen Technik, Komfort – aber die Routine des modernen Lebens ist sinnentleert, und deshalb ist sie unzufrieden und sucht nach Betäubungen. Die Überdosis hat sie schon längst erreicht, und was dann kommt ist der Drogentod.

Das Beruhigungsmittel Valium (Diazepam) führt zu Entzugserscheinungen und Nebenwirkungen wie Angstzustände, Antriebsverlust, Wutanfällen, Halluzinationen, Gefühlskälte und Psychosen. Kein Wunder, dass es keinen Unterschied zwischen Eltern und Heroin-Junkies gibt. Auch die Motive gleichen denen eines gestressten Musikers. Und Keith Richards war gestresst. Er konsumierte schon jung Drogen, erst Alkohol und dann Amphetamin, LSD, Kokain und am Ende Heroin. Später hat Richards mit dem Glauben aufgeräumt, dass Drogen einen Musiker kreativer machen. Im Alter von 77 Jahren sagte er, dass die Drogen sein Leben nicht völlig ruiniert hätten, führe er alleine auf seine robuste, von den sportlichen Eltern geerbte, Konstitution zurück – doch Geld und gute ärztliche Versorgung dürften hier auch wesentlich dazu beigetragen haben.

Bob Dylan, Street Legal, 1978

Produktion/ Don DeVito

Label/ Columbia Records

Ein hartes Album, selbst für harte Fans. Ja, „Señor (Tales of Yankee Power)“ ist ein guter Song – aber retten kann er diese Platte nicht. Schon die Voraussetzungen waren schlecht: Dylans Scheidung war noch frisch, sein Filmprojekt „Renaldo und Clara“ zum Fiasko geraten. Und auch seine 78-Welttournee, Alimente-Tour genannt, bekam dank geschmacklos arrangiertem Greatest-Hits-Programm schlechte Kritiken.

Die Aufnahmen für „Street Legal“ dauern nur vier Tage und sind dennoch problembeladen. Die Crew bekommt den Sound nicht hin, Dylan ist mürrisch und kommandiert alle herum. Die Band klingt so unerprobt wie uninspiriert. Teamplay klingt anders. Und dann liegt da über allem dieses Saxophon. Textlich schauts ebenso düster aus. „Can you cook and sew, make flowers grow?“: Wegen „Is Your Love In Vain“ bezichtigte Greil Marcus Dylan des Sexismus, und „New Pony“ besticht mit schlicht pubertären Fick-Metaphern. Was will man da noch sagen? Eben: „Señor“ – super Nummer!

The Blasters, The Blasters Collection, 1991

Produzent/ Jeff Eyrich, The Blasters

Label/ Slash Records

Der grosse Vorteil der Amerikaner ist, dass sie einen riesigen Vorrat an traditionellen Musikformen haben, die aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte als „folkloristisch“ gelten können, die aber durchgängig Einfluss auf die Pop-Musik haben und sich daher auch nicht altertümlich anhören. Es gab und gibt in den USA eine Unmenge von Bands, die sich dieser Form bedienen; die sich auf ein einfaches Gerüst von Stimme, Gitarren und straffen Rhythmen verlassen, oft jahrzehntelang zusammen sind, auftreten und Alben aufnehmen – die auch von der Musik leben und trotzdem dem Grossteil des Pop-Publikums nie bekannt werden. Die Musiker sind möglicherweise schon über 50 und seit 30 Jahren im Geschäft, aber das spielt keine Rolle. Sie werden niemals Rockstars, aber es gibt Leute, die ihre Alben kaufen und ihre Konzerte besuchen.

Entscheidend ist die Frage: ob ihre Musik neben der soliden Grundlage der Professionalität jene Qualität aufweist, die man gemeinhin als „Swing“ bezeichnet. Im Falle der Blasters ist die Anwort: Ja. Dieses vier Herren sind zweifellos Berufsmusiker und wissen, wie man die Gefahren des Hauruck-Rock umgeht und diese traditionellen Formen frisch klingen lässt. Ein Vergleich zu den Los Lobos liegt nahe: die Blasters bedienen sich einer ähnlichen Spannbreite an Stilen – vom Rhythm’n‘ Blues über Country bis Gospel. Atmosphärisch gibt es jedoch klare Unterschiede: Wo Los Lobos das Bild des trinkfesten Mexikaners verkörpern, bedienen sich die Blasters bei dem neurotisch-normalen Kleinstadt-Amerikaner. Ein grosser Teil dieses Eindrucks kommt von der immer etwas belegt wirkenden Stimme des Sängers und Gitarristen Phil Alvin, der sicher den Stil von Elvis Presley genaustens studiert hat. Auf „The Blasters Collection“ gibt es ein paar echte Perlen und gelungene Songs, selbst wenn sich die Band manchmal in die Nähe des gängigen Rambazamba-Rocks begibt, ist es auch nach vielen Jahren ein Vergnügen diese Platte zu hören.

Edgar Winter, Brother Johnny, 2022

Produzent/ Ross Hogarth

Label/ Quarto Valley

Johnny Winter starb 2014 im Alter von 70 Jahren in einem Hotel am Zürcher Flughafen. Acht Jahre nach seinem Tod veröffentlicht Edgar Winter nun ein Album, auf dem er zusammen mit einer Starbesetzung dem legendären Bruder die Ehre erweist. Mit jeweils einem Song beteiligen sich u.a. Billy Gibbons von ZZ Top und Joe Walsh von den Eagles an „Brother Johnny“. Selbst Ringo Starr liess es sich nicht nehmen, auf einem Track als Schlagzeuger mitzumachen. Bei einem anderen Song ist der kürzlich verstorbene Taylor Hawkins von den Foo Fighters zu hören.

Johnny Winter hatte immmer eine Vorliebe für Klassiker aus Blues und Rock. Seine Bearbeitungen von „Jumpin’ Jack Flash“ von den Stones oder „Got My Mojo Working“ von Muddy Waters beweisen, dass er auch Material anderer Komponisten zu seiner Musik machen konnte. Zu seiner Erkennungsmelodie wurde jedoch Chuck Berrys „Johnny B. Goode“; da kocht es höllisch, wenn er seine Gitarre sprechen lässt, aber es verbrennt nichts zu Abfall, sondern die Musik wird dadurch nur noch besser.

Auf dem Tributalbum braucht es gleich zwei Gitarristen – Joe Walsh und David Grisham – um ein ähnliches musikalisches Feuer zu entfachen. Dann aber biegt das Stück unerwartet in Jump-Jive, in dem das Saxophon für acht Takte die Führung übernimmt und Edgar sich die Seele aus dem Leib bläst. Derart vom Schema abweichende Einfälle, zusammen mit grosser Spielfreude und virtuosem Können, machen das Album zu einem Meisterkurs in Sachen „Good Old Rock’n’Roll“.

Martha and the Muffins, Metro Music, 1980

Produzent/ Mike Howlett

Label/ Dindisc

„Metro Music“ kommt heute noch unverbraucht daher. Zehn Songs, von denen jeder einzelne zu beeindrucken weiss. Martha Johnson und ihre Muffins Mark Gane, Nick Kent und Jocelyne Lanois haben 1979 in Kanada mit Hilfe brillianter Gastmusiker (Ron Allen spielt ein entwaffnendes Sax!) ein Album aufgenommen, das ihnen wohl niemand zugetraut hätte. Tempogeladene Musik, voll ungezügelter Rhythmik, quängelnde melodische Keyboards, hetzende oder federnde Gitarrenparts, Bläsereinsätze, die überraschen, technische Spielereien und eine Stimme, die jedes Eis tauen lässt.

„Echo Beach“ ist der ideale Soundtrack, wenn du im Garten – noch ganz erschöpft von der Gartenarbeit – mit deiner grossen Liebe auf der Steinbank unter der grossen Weide sitzt und die Sonne kurz vor dem Untergehen zwischen den Bäumen spielt. Goldgelb und schwebend-verträumt. Dann gehst du ins Haus und entschliesst dich, ein kurze Besprechung über diese kleine Perle aus den frühen Achtziger zu schreiben. Sehr eigenständiger New-Wave-Sound ohne Mätzchen oder Glitter-Posen.

Randy Newman, Trouble In Paradise, 1983

Produzent/ Russ Titelman, Lenny Waronker

Label/ Warner Bros.

Die Welt ist mindestens so tragisch wie komisch. Zuverlässig real sind in Randy Newmans Songs nur die Sehnsucht und die Trostbedürftigkeit. Er mag ein trauriger Zyniker sein, aber er ist es als Humanist. Obwohl Newmans Musik und vor allem seine gallig-satirische Dichtungs- und Betrachtungsweise eher nach Europa passen, hat er sich seine innige Hassliebe zu den USA, zu ihren Obsessionen und Perversionen erhalten. Auch auf „Trouble in Paradise“ kultiviert er diese Hassliebe in altbewährter Manier als seinen Beitrag zum amerikanischen Paradoxon.

Auf dem Album gibt es drei „Städteporträits“ im typischen Newman-Stil: „Miami“ beschreibt die Stadt, die zu einem einzigen aber völlig realen Disneyland umfunktioniert wurde, ohne es zu merken. „Christmas In Capetown“ geht sehr hintergründig auf den Rassismus im Unterbewusstsein ein. Der Song schlägt damit eine Brücke zwischen Newmans geliebter sonniger Lebensweise und seiner Bösartigkeit gegenüber der dort verbreiteten Borniertheit zwischen dem völlig ehrlich gemeinten Song „I Love L.A.“ und dem alten „Rednecks“ ( „We don’t know our ass from a hole in the ground/ we are rednecks and we are keeping the niggers down“.)

Musikalisch hat sich wenig geändert bei Randy Newman. Mal arrangiert er mit der Fülle eines Philharmonikers, mal mit dem Feingefühl eines Neuro-Chirurgen. Für Perfektion sorgt die erste Riege der Studiomusiker. Einige Songs wirken extrem glatt, fast schon auf amerikanische Hitparaden-Stromlinienform getrimmt. Da muss man schon genau hinhören. Nicht nur, weil Randy gern nuschelt, sondern vor allem, weil er mit Worten spielt, überspitzt und voller Hohn und Sarkasmus Missstände kritisiert. Und das wurde nicht immer verstanden.