
Martha & The Vandellas, Dancing In The Street, 1964
Text/Musik/ Marvin Gaye, William Stevenson, Ivy Jo Hunter
Produzent/ William Stevenson
Label/Gordy
Wann ich zum letzten Mal auf der Strasse getanzt habe? Um ehrlich zu sein, bezweifle ich, es je getan zu haben. Vielleicht etwas mit den Hüften gewackelt, wenn an einem Strassenfest in den 80ern eine Band aufspielte. Und doch ist „Dancing in the Street“ von Martha & The Vandellas für mich ein Song, der mich aus der winterlichen Klause holt und euphorische Gefühle von grenzenloser Freiheit und der verbindenden Kraft der Musik auslöst, auch 57 Jahre nach seiner Veröffentlichung. Vorspiel gibt es keins, und nach dem Drum Roll zum Anfang setzen fanfarenhafte Bläser ein. Der Frühling wird von diesem Fast-Forward-Groove überrollt, und schon ist es sommerlich heiss. Natürlich ziehe ich das rauere Original aus der Motown-Hitfabrik der gestylten Coverversion der Herren Jagger/Bowie in den Eighties vor.
Martha Reeves war die kraftvollste Sängerin aus der Girlgroup-Riege der Motor City, und ihre Vandellas liessen nichts anbrennen. Einige Jahre später, als es in den USA zu den „Race Riots“ kam, wurde „Dancing in the Street“ die Hymne des Aufstands und der Unterdrückten. Doch dieser Song lässt sich nicht vereinnahmen. Auch heute noch gibt er das Signal zum Aufbruch und will nicht mehr sein als „just an invitation across the nation a chance for folks to meet“. Ein schon fast unverschämter Aufruf in diesen isolierten Zeiten. Doch er wird gehört werden. Are you ready for a brand new beat?









