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Gillian Welch, Hell Among The Yearlings, 1998

Produzent/ T Bone Burnett

Label/ Acony

Schlechte Platten zu machen, ist Gillian Welch nicht möglich. Allerdings geizt die Amerikanerin mit neuen Songs: Inklusive „Revival“ ihrem Debüt von 1996, hat sie bis dato bloss fünf Studioalben veröffentlicht. Der 1998 erschienene Zweitling „Hell Among The Yearlings“ präsentiert eine Künstlerin, die zwar in Südkalifornien aufgewachsen ist, aber eher nach Kentucky und Appalachen klingt. Zusammen mit ihrem Partner Dave Rawlings kreiert Gillian Welch Musik, bei der das Rad der Zeit so lange zurückgedreht wird, bis das Grauen und die Einsamkeit früherer Tage unter der Quilt-Decke hervorkriechen.

Im Opener „Caleb Meyer“, der stoisch vor sich hinfliesst, erzählt die mittlerweile über 50-Jährige vom gewaltsamen Ende eines Möchtegernvergewaltigers. Und auch mit dem fatalistisch anmutenden „I’m Not Afraid To Die“ oder mit „My Morphine“, das mit einem sanften Jodel angereichert ist und geradezu zärtlich deliriert, taucht die Musikerin in die Trostlosigkeit ein. Und weil die Stimme von Gillian Welch, deren Sound um rustikalen Country, Folk und Bluegrass kreist, immer wieder aufs Neue bewegt, wird man nie müde, sich „Hell Among The Yearlings“ hinzugeben.

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Marc Ribot’s Ceramic Dog, Party Intellectuals, 2008

Produzent/ Joel Hamilton

Label/ Pi Recordings

„Party Intellectuals“ heisst das Debütalbum eines New Yorker Powertrios, das die Energie dreier bemerkenswerter Musiker bündelt: Gitarrist Marc Ribot (Tom Waits, John Zorn, Robert Plant/Alison Krauss, Cassandra Wilson), Bassist/Synthesizerspieler Shahzad Ismaily (Laurie Anderson) und Drummer Ches Smith (Xiu Xiu, Secret Chiefs3).

Im rohen Sound von Ceramic Dog knallt Ribots Faible für Rock, Jazz, Punk, Latin oder Avantgarde auf die Electronica-Experimentierlust seiner versierten Rhythmusgruppe. Streckenweise hört sich das wie ein No-Noise-Act aus den frühen Achtzigern an. Das klingt wavig verspielt, dampfhammermässig, eingängig, gefährlich. Der Name Ceramic Dog basiert auf dem französischen Ausdruck „chien du faience“, was soviel heisst wie „eiskalte Emotion“ – wie Hunde, bevor sie kämpfen. Oder Liebende im Zustand höchster Verzückung.

„Party Intellectuals“ ist das Produkt einer Band, die auf der Suche ist nach Intensität. Einer Band, die hypnotische Momente voller Ekstase, Heftigkeit, Verspieltheit und Schönheit kreiert. In anderen Worten: purer Rock’n’Roll.

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Various Artists, Hitsville USA, The Motown Singles Collection 1959 – 1971, 1992

Produzent/ Berry Gordy

Label/ Motown

Gegründet wurde das Plattenlabel Motown 1959 von Berry Gordy in Detroit, der vorher für die Ford-Werke am Fliessband stand und das dort gelernte Prinzip einfach auf die Musik übertrug. Allein der Chef entschied, welcher Song veröffentlicht wurde und welcher nicht. Aus seinem Ziel und seinem Anspruch machte der damals 29-Jährige dabei nie einen Hehl. Über seinem Haus brachte Gordy als Mission-Statement ein Schild mit der Aufschrift „Hitsville USA“ an – es sollte alle Künstler daran erinnern, warum sie rund um die Uhr in sein Studio kommen konnten: Hits, Hits, Hits – am besten ohne Pause.

Gordys Besessenheit machte sich bezahlt. Mit gerade mal 800 Dollar Startkapital hatte er 1959 Motown Records gründet, 28 Jahre später verkaufte Gordy Motown an den Branchenriesen MCA – für 61 Millionen US-Dollar. Dazwischen lag eine beispiellose Karriere, in der Gordy zum Hexenmeister des Pop avancierte. Detailversessen sezierte er erfolgreiche Popsongs, um ihr Hitpotential herauszudestillieren. Diese Fähigkeit machte den Musikfanatiker schliesslich zu einem der einflussreichsten Pop-Produzenten überhaupt – und Motown Ende der sechziger Jahre zum grössten von einem Afroamerikaner geführten Unternehmen in den USA. Bei Motown standen die Top-Stars der Ära unter Vertrag: Smokey Robinson & The Miracles, The Marvelettes, Diana Ross & The Supremes, The Temptations, Martha Reeves & The Vandellas, Stevie Wonder, The Jackson Five – eine Armee begnadeter Künstlern, die das Publikum von Detroit aus mit süssestem Soul bombardierten.

Doch auch die schönste Zeit endet irgendwann. Anfang der Siebziger waren die Charts überschwemmt mit kariösen, zuckersüssen Drei-Minuten-Popperlen, die kaum noch in die Zeit passten. Angesichts des Vietnam-Kriegs und einer aufgeladenen politischen Stimmung in den USA verlangte das Publikum nach mehr Inhalt anstatt der ewigen Boy-meets-Girl-Platitüden. Und Gordy reagierte: Mit Edwin Starrs Antikriegslied „War“ 1970 surfte Motown auch auf dieser Welle. 1971 nahm Soul-Legende Marvin Gaye für das Label sein düsteres Meisterwerk „What’s Going On“ auf, unter dessen Einfluss die gesamte Black Music in den Siebzigern eine neue Richtung einschlug.

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Randy Newman, Born Again, 1979

Produzent/ Lenny Waronker, Russ Titelman

Label/ Warner Bros.

Meiner Erfahrung nach ist dies das am wenigsten beliebte Werk von Randy Newman, weil zu sehr Pop, zu wenig Songwriting. Aber völlig zu Unrecht. Hier sind auf wenig mehr als einer halben Stunde so viele Ideen zusammengepfercht, dass jeder der elf Songs zu einem höchst verdichteten Story-Kunstwerk wird. Am faszinierendsten dabei ist, die auf dieser Platte ins Extreme getrieben Fallhöhe zwischen den trockenen, reduzierten Texten und perfekt produzierter, breitwandiger Instrumentierung.

„It’s Money That I Love“ enthält u.a. die Strophe: „Used to worry about the poor/ But I don’t worry anymore/ Used to worry about the black man/ Now, I don’t worry about the black man/ Used to worry about the starving children of India/  You know what I say now about the starving children of India/ I say, oh mama/ It’s money that I love“ – Das ist Zündstoff, obwohl die badeschwammartige „Toleranz“ von gesetzten älteren Randy-Newman-Fans eigentlich alles aufsaugt. Dazu gibt es das Cover: Randy Newman mit Kiss-Maske an einem Technokraten-Schreibtisch, zwei grosse Dollarscheine im Gesicht.

Provozieren dürfte die Anhänger des guten Geschmacks auch das bombastische Orgelintro zu „Pants“, das im übrigen das alte Thema von „Take Off Your Clothes“ variiert. Eine Variante von „Love Story“ ist „They Just Got Married“, das abgewandelte Ende: „A couple of years go by/ She’s going to see the doctor/ It’s just a regular checkup (oh no)/ Plus she thinks she might be pregnant/ Anyway, she dies/ And he moves down to Los Angeles/ Meets a foolish young girl with lots of money/ Now they’re getting married“.

„Born Again“ ist eine durch und durch ausgezeichnete Randy-Newman-Platte, bei der allerdings solche Höhepunkte wie „In Germany Before The War“ und „Sigmund Freuds Impersonation Of Albert Einstein In America“ fehlen.

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Los Lobos, By The Light Of The Moon, 1987

Produzent/ T Bone Burnett, Los Lobos

Label/ Slash

Hierzulande sind Los Lobos nur einmal ins Rampenlicht getreten und werden von den meisten wohl als die typischen „One Hit Wonder“ wahrgenommen; mit „La Bamba“, ein Remake des grossen Hits von Ritchie Valens, haben sie sich allerdings für eine Generation einen festen Platz im Gehörgang gesichert. Jenseits des grossen Teiches ist die Fangemeinde der kalifornischen Latino-Formation weitaus grösser, was angesichts der musikalischen Substanz der Band auch nicht weiter verwundert. Mit einer Vielzahl von Instrumenten bringen Los Lobos einen stilistisch ziemlich einmaligen Mix aus Rock, Country und Latin auf die Bühne, der bei entsprechender Radiopräsenz auch bei uns einschlagen würde.

„By The Light Of The Moon“ zählt bis heute zu den besten Alben der Band. David Hidalgo und Cesar Rosa zeigen hier ihre Gitarrenkünste auf rauchigen R&B-Nummern wie „Is That All There Is?“ und „All I Wanted to Do Was Dance“ ebenso wie auf der musikalischen Momentaufnahme „One Time, One Night“ und „River of Fools“. Die Bandmitglieder wechseln dabei durch die Instrumente und spielen jedes, als sei es ihr angeborenes Recht: Elektrische und akustische Gitarren, Marimbas, Orgeln, Saxophone, Mundharmonika und Schlagzeug erzeugen unvergessliche Klanglandschaften. Dabei nutzen sie die Gelegenheit, in ihren Songs über den Glauben, die Sterblichkeit und die Liebe zu meditieren. Die elf Titel von „By The Light Of The Moon“ entfalten jede Menge gute Stimmung und sorgen zwischendurch auch für eine Überraschung, denn mitten in den allesamt selbst komponierten Songs bringen Los Lobos mit „Prenda del Alma“ ein mexikanisches Volkslied zu Gehör, das sich trotz seiner Andersartigkeit hervorragend ins Gesamtkonzept einfügt.

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Lou Reed, Rock & Roll, 1969

Text/Musik/ Lou Reed

Produzent/ Lou Reed

Label/ RCA

Rock ist überall, er war es nicht immer. Früher rauschte er auf der Mittelwelle, wenn überhaupt. Bevor MTV und die Privatradios ihn überallhin verbreiteten, musste er entdeckt werden. Lou Reed’s Song „Rock & Roll“, zum ersten Mal gespielt mit den Velvet Underground, ist halb Satire, halb Bekenntnis und lässt die Entdeckung wie eine Bekehrung aussehen: “ Jenny said, when she was just five years old/ There was nothin‘ happening at all/ Every time she puts on the radio/ There was nothin‘ goin‘ down at all, not at all/ Then, one fine mornin‘, she puts on a New York station/ You know, she couldn’t believe what she heard at all/ She started shakin‘ to that fine, fine music/ You know, her life was saved by rock’n’roll/ Despite all the imputations/ You know, you could just go out/ And dance to a rock’n’roll station“.

Das war 1969. Und zeigt schon das Problem, über Rock zu schreiben, ohne ihn zu hören. Zunächst passen Text und Musik nicht zusammen. Das Stück ist kein Rock’n’Roll-Stück, eher eine Folk-Nummer. Erst auf dem Live-Album „Rock N Roll Animal“ und an seinen Konzerten hat Reed den Song dann unter Strom gesetzt. Sein Gesang bleibt aber auch dort unterkühlt. Es war Mitch Ryder, der ehemalige Sänger der Detroit Wheels, der in seiner Version das Versprechen gesanglich/gestisch einlöste. Das verlieh der Nummer Kraft, brachte sie aber um ihre Ambivalenz.

Man muss nämlich gehört haben, wie achtlos Reed das Lied intoniert. Als traue er der Intensität nicht, die er beschwört. Er verspottet sie, indem er übertreibt, das Wort „Rock’n’Roll“ höhnisch dehnt, seine halbstarke Pose parodierend. Er geht auf Distanz, indem er Banales wiederholt und betont, scheinbar überflüssigerweise „not at all“ hinzusetzt, das „de-spite all the im-pu-ta-tions“ betont abhebt und in der zweiten Strophe bei „fine, fine music“ in mokierendes Falsett ausbricht. Ein Komiker wie Lou Reed tut das nicht ohne Absicht. Die Absicht ist, heiss zu sein und cool zu bleiben.

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Marc Ribot, Silent Movies, 2010

Produzent/ J.D. Foster

Label/ Pi Recordings

Wer den Namen dieses Mannes normalerweise mit Tom Waits in Verbindung bringt, wird sich hier auf eine Überraschung gefasst machen müssen. Marc Ribot ist einer der innovativsten lebenden Gitarristen. Was er auf dieser Platte an Verzerrungen und Steigerungen aus dem Instrument holt, ist nicht Rock-mässig codiert, es sind aber auf dieselbe Art Geräusche, wie die in der Gewohnheit längst lieblich gewordenen Fuzzgeräusche oder Grungegrooves, die Millionen Menschen zur Ergötzung hören.

Marc Ribots Stücke entfalten von der ersten Sekunde an eine unglaublich dichte Atmosphäre, die mich immer wieder in ihren Bann zieht. Jeder Song ist eingängig genug, um mich sofort in seine Stimmung hinfallen zu lassen, wird dabei aber niemals flach oder simpel oder driftet in Belanglosigkeit ab. Ribot schreibt Instrumentals, mitten zwischen den Sprachen von Funk, Blues, Jazz und Rock, ( die er live oft mit seinen kongenialen Begleitmusiker Henry Grimes (Kontrabass, Violine) und Chad Taylor (Schlagzeug) interpretiert), mit einem ganz eigenen musikalischen Humor, ohne jedes Meta und Jenseits und Audiencepleasing, wie ihn etwa die frühen Softmachine oder Tony Williams Lifetime hatten, der sich wunderbar verträgt, genau wie in den genannten historischen Fällen, mit einem musikalischen Reichtum, agressiver Leidenschaft und Kraft, wie sie nur „grosse“, „ernste“ Musik sonst zu erwecken weiss.

 

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Randy Newman, Little Criminals, 1977

Produzent/ Lenny Waronker, Russ Titelman

Label/ Reprise

Randy Newman hatte mit „Short People“ ziemlich Schwierigkeiten bekommen, der Song durfte beim Erscheinen von den US-Radio-Stationen nicht gespielt werden. Wenn es nun simpel gegen kleinwüchsige Menschen ginge, wäre das auch eine vernünftige Entscheidung; aber so schlicht wird man Randy Newman wohl nicht interpretieren dürfen. Wenn in seinem Song Zeilen vorkommen wie „They walk around / Tellin‘ great big lies…“ liegt die Interpretation nahe, dass er sich allgemein kritisch mit dem sogenannten „Kleinbürger“ auseinandersetzten will, dem Spiesser. Ausserdem heisst es im Text „Short people are just the same / As you and I /(A fool such as I) / All men are brothers / Until the day they die / (It’s a wonderful world)“ – der Song bemüht sich also um Empathie, vielleicht ist auch Selbstkritik mit dabei.

„Short People“ ist bereits ein starker Opener für „Little Criminals“, aber auch die übrigen Titel sind beeindruckend. „Sigmund Freud’s Impersonation Of Albert Einstein In America“ und das brillante „Baltimore“ sind zeitlos schöner Pop. Randy Newmans Melodien schleichen sich ganz unaufdringlich ins Ohr, teilweise sogar richtig zuckersüss („I’ve always been crazy bout irish girls“), aber wenn man dann anfängt, auf die Texte zu achten, ist es so, als ob man einen mit dem Hammer verpasst bekommt. Sarkasmus pur, Ironie, böse Kritik. („We’re Rednecks“) Am Fiesesten und überhaupt schön ist „In Germany Before The War“ „In Germany before the war/ there was a man who owned a store/in nineteen hundred thirty four in Düsseldorf“. Angeblich soll der Kindermörder Fritz Haarmann hier Pate gestanden haben…

Musikalisch waren die damals auf dem Höhepunkt ihres Erfolges schwebenden Eagles massgeblich an dem Album beteiligt. Auf einigen Songs spielt der Deutsche Klaus Voormann den Bass; jener Voormann, der das Cover für das Beatles-Album „Revolver“ gezeichnet hat und sich dann Anfang der achtziger Jahre um die kurze Weltkarriere von Trio  („Da Da Da“) verdient machte.

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Beth Orton, Trailer Park, 1996

Produzent/ Victor Van Vugt, Andrew Weatherall

Label/ Deconstruction Records

Beth Orton ist eine Bereicherung und ein Glücksfall für jede/n Musikliebhaber/in, der/die auch mal mit stilleren Tönen auskommt. Dieses Debütalbum war 1997 eine kleine Sensation. Spröde und unscheinbar kommt es einem vor bei ersten Hörversuchen. Aber Beth Ortons wirklich einzigartige Stimme, die irgendwie seltsam poetischen Texte, die subtilen Arrangements (Elektronik-Beats und Samples ergänzen vorsichtig eingesetzte Streichinstrumente und Bass, Gitarre, Harmonium etc.) graben sich unmerklich ein – bis man langsam süchtig wird nach „Trailerpark“.

Beth Orton hat seitdem mit Professionals wie William Orbit, Terry Callier, Ben Harper und Ben Watt gearbeitet. Auch wenn ich ihre Nachfolgealben zum Teil noch grossartiger, und ausgereifter finde, hat Beth Orton auf „Trailer Park“ doch einige starke Tracks geschrieben, allen voran das einzigartige und unvergleichbare „Wish I Never Saw The Sunshine“. Ebenso stark ist „She Cries Your Name“ – der Song ist einfach hinreissend, toll gemacht. Folkiger wird es auf „Live As You Dream“ – nicht jedermann’s Geschmack! „Tangent“ und „Touch Me With Your Love“ überzeugen hingegegen durch eindringliche Texte und eher mystische Kompositionen! Nicht herausragend, wenn man „Wish I never Saw The Sunshine“ oder „She Cries Your Name“ als Massstab nimmt, aber Rohdiamanten auf jeden Fall.

Kurzer Auszug aus den Liner-Notes noch: „One more thing… gender is just an excuse, relationships shouldn’t just be an excuse, love is often an excuse, although sometimes these excuses are all we have to hold onto, death is the reason and living the celebration.“
In dem Sinne: enjoy….

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John Mellencamp, The Lonesome Jubilee, 1987

Produzent/ John Mellencamp, Don Gehman

Label/ Mercury

1987 präsentierte John Mellencamp mit „The Lonesome Jubilee“ ein Album auf dem er endgültig seinen eigenen Stil gefunden hatte. Die zehn Songs über Underdogs, zerbrochene Träume und wehmütige Erinnerungen kleidete er hier in ein Klangbild, das durch die Instrumentierung (Akkordeon, Fidel, Mundharmonika, Banjo und viel Akkustikgitarren) zwar sehr folk und country-mässig daherkommt, das aber dennoch rockt und streckenweise auch funkige Rhythmen integriert. Letzteres passt dann auch zu dem trotzigen und wütenden Unterton von Songs wie „Paper In Fire“ oder „Down And Out In Paradise“.

„The Lonesome Jubilee“ hört sich auch heute noch zeitlos und sogar aktuell an. Der furiose Opener „Paper In Fire“ brachte Mellencamp einen grossen Hit, aber auch das  melancholische „Cherry Bomb“, „Check It Out“, “ The Real Life und „Hard Times For An Honest Man“ sind Lieder die es verdient hätten gross rauszukommen. „The Lonesome Jubilee“ gehört mit seinem zeitlosen Sound nicht nur zu einem sympathischen, sondern auch zum besten Album von John Mellencamps Diskographie. Hört man immer wieder gern, vor allem weil man hier Füller vergeblich sucht.