
Gillian Welch, Hell Among The Yearlings, 1998
Produzent/ T Bone Burnett
Label/ Acony
Schlechte Platten zu machen, ist Gillian Welch nicht möglich. Allerdings geizt die Amerikanerin mit neuen Songs: Inklusive „Revival“ ihrem Debüt von 1996, hat sie bis dato bloss fünf Studioalben veröffentlicht. Der 1998 erschienene Zweitling „Hell Among The Yearlings“ präsentiert eine Künstlerin, die zwar in Südkalifornien aufgewachsen ist, aber eher nach Kentucky und Appalachen klingt. Zusammen mit ihrem Partner Dave Rawlings kreiert Gillian Welch Musik, bei der das Rad der Zeit so lange zurückgedreht wird, bis das Grauen und die Einsamkeit früherer Tage unter der Quilt-Decke hervorkriechen.
Im Opener „Caleb Meyer“, der stoisch vor sich hinfliesst, erzählt die mittlerweile über 50-Jährige vom gewaltsamen Ende eines Möchtegernvergewaltigers. Und auch mit dem fatalistisch anmutenden „I’m Not Afraid To Die“ oder mit „My Morphine“, das mit einem sanften Jodel angereichert ist und geradezu zärtlich deliriert, taucht die Musikerin in die Trostlosigkeit ein. Und weil die Stimme von Gillian Welch, deren Sound um rustikalen Country, Folk und Bluegrass kreist, immer wieder aufs Neue bewegt, wird man nie müde, sich „Hell Among The Yearlings“ hinzugeben.









