
Harry Dean Stanton, October 1993, 2021
Produzent/ Jamie James
Label/ Omnivore Records
Seine berühmteste Rolle war zugleich seine einzige echte Hauptrolle. In dem Film „Paris, Texas“ (1984) von Wim Wenders stolpert er sprachlos durch die Wüste. Ein Mann ohne Gedächtnis, der sich langsam seine Vergangenheit zurückerobert, nur um am Ende auf eine glückliche Zukunft zu verzichten.
Neben der Schauspielerei war der vor drei Jahren verstorbene Harry Dean Stanton auch als talentierter Sänger und Gitarrist aktiv. Er liebte Country, Pop, Jazz, Tex-Mariachi-Musik und Tex-Mex. Anders als auf „Partly Fiction“ (2014) hören wir ihn hier mit einer Band, deren Mitglieder früher mit The Kingbees, Stray Cats, Doobie Brothers oder Iggy Pop spielten. Mit Gusto servieren diese Cracks schmissige Versionen von Chuck Berrys „Promised Land“ oder Dylans „I’ll Be Your Baby Tonight“. Stanton singt, spielt akustische Gitarre und Mundharmonika. Eine feine Gesangsleistung liefert er in „Across the Borderline“ ab. Der Song (von Ry Cooder/Jim Dickinson/John Hiatt) passt zu Stantons Filmkarriere. „October 1993“ enthält eine Kombination aus Studio- und Livetracks. Letztere stammen aus Los Angeles berühmtem Troubadour-Club. Gerade hier manifestiert sich eine Vorliebe für zündenden Rock’n’Roll. Man höre sich bloss „Miss Froggie“ an, ein von heulender Bluesharp und schneidenden Gitarrenriffs dominierter Party-Kracher. Erst mit dem mexikanischen Folksong „Cancion Mixteca“ kehrt etwas Ruhe ein. Dank dem Omnivore-Label bekommen wir eine weitere Gelegenheit, an Harry Dean Stantons Leidenschaft für Musik und Gesang teilzuhaben.









